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Leserbrief

Wo ist meine Mama?

Herbert Elkuch, DpL-Landtagsabgeordneter | 4. August 2022

Wer die Mutter ist, weiss man, das ist nämlich diejenige Frau, die das Kind gebärt. Das war einmal. Das Verbot zu den fortpflanzungsmedizinischen Verfahren im Partnerschaftsgesetz wurde vor Kurzem in Liechtenstein durch den Landtag mit knapper Mehrheit abgeschafft.
Für den Erhalt eines Kindes mittels Leihmutterschaft können bei einer Agentur Ei- und Samenzellen gekauft werden. In einem Labor, durch technisches Handeln, gegen Bezahlung, ausserhalb der Gebärmutter, werden aus Ei- und Samenzellen Embryos hergestellt. Für die Embryonenherstellung können auch zwei Männer den Samen abgeben und mischen lassen. Somit weiss keiner der beiden Männer, wer der Vater des Kindes sein wird. Leihmutteragenturen bieten Leihmütter in verschiedenen Preisklassen an. Verschiedene Firmen bieten auch Gesamtpakete «All inclusive» an. Die im Labor hergestellten Embryos werden gegen Bezahlung der gewählten Leihmutter in die Gebärmutter eingesetzt. Embryos können auch tiefgefroren werden, für spätere Verwendung ab Lager. Die Leihmutter ist nicht die biologische Mutter, ihr wird ein fremder Embryo nach einer Hormonbehandlung eingesetzt. Es wird nur ihr Bauch für neun Monate gekauft. Das Wunsch-Baby kann/sollte nach der Geburt von den Bezahleltern abgeholt werden. Wird das Kind älter, stellt es fest, dass es eine Mama geben muss. Wo ist meine Mama, die ihre Eizelle, aus der ich entstanden bin, für Geld anonym an eine Agentur verkauft hat? An eine Agentur, die es vielleicht schon längst nicht mehr gibt? Die Eizellspende ist nach der Gesetzgebung in vielen Ländern völlig anonym. Ein Kennenlernen der Spenderin ist ausgeschlossen. Die Möglichkeit eines Referendums gegen den Landtags-Beschluss zur Abschaffung des Verbotes für fortpflanzungsmedizinischen Verfahren im Partnerschaftsgesetz wurde ausgetrickst. Möglich ist noch, eine Initiative gegen diesen Beschluss zu ergreifen. In der Schweiz sind die Embryonenspenden und alle Arten von Leihmutterschaft unzulässig (Bundesverfassung Art. 119, Abs. d).

Herbert Elkuch,
DpL-Landtagsabgeordneter

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