Leserbrief

Faktentreue …?

Vorstand Verein FLay | 30. Juli 2022

Lieber Herbert, das müsstest Du eigentlich besser wissen! Ausser Kraft gesetzt wurde Art. 25 Partnerschaftsgesetz mit dem generellen Verbot aller Adoptionsformen und der Nutzung von fortpflanzungsmedizinischen Massnahmen explizit nur für eingetragene Partnerinnen und Partner.
Die Regierung hat nun als ersten Schritt den diskriminierungsfreien Zugang zu allen Adoptionsformen für alle Menschen in Liechtenstein in die Vernehmlassung geschickt.
Korrekt ist also, dass so die Ungleichbehandlung von verheirateten und verpartnerten Paaren eliminiert wird.
Fortpflanzungsmedizin ist in Liechtenstein nicht gesetzlich geregelt, sprich für alle Menschen gleichermassen erlaubt oder eben nicht. Momentan wird in diesem ungeregelten Bereich nach Schweizer Gesetz gehandelt. Einem Land also, in dem die Leihmutterschaft auf Verfassungsstufe verboten ist.
Hierzu hat die Regierung lediglich angekündigt, die entsprechende Gesetzesvorlage (so diese nach x Jahren tatsächlich in die Vernehmlassung gehen sollte) ebenfalls diskriminierungsfrei auszugestalten.
Korrekt ist, dass FLay diese diskriminierungsfreie Ausgestaltung fordert. Ob und welche Nutzung der Fortpflanzungsmedizin in Liechtenstein zukünftig erlaubt werden soll, wird der Landtag respektive das Volk entscheiden. Profitieren davon werden insbesondere die zahlreichen, ungewollt kinderlosen, heterosexuellen Paare, welche unter der seit Jahren auch in Liechtenstein stark zunehmenden Zeugungsunfähigkeit und Fertilitätsproblemen leiden.
Unabhängig von der jeweiligen Position in diesen Fragestellungen – die liechtensteinische Bevölkerung verdient auch bei dieser Diskussion eine sachliche, inhaltlich korrekte und faktenbasierte Argumentation.

Vorstand Verein FLay

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