Leserbrief

(Fast) ohne Liechtensteiner

Reinhard Walser, Bartlegrosch 38, Vaduza | 20. Mai 2022

Beim Cupfinale wurden inasgesamt 30 Spieler eingesetzt. Davon waren gerade mal eine Handvoll Liechtensteiner. Für mich eine Katastrophe mit grausamen Folgen für den Liechtensteiner Fussball. Vor allem für die Nationalmannschaft. Sie ist im Moment im Fifa-Ranking auf 192 abgestürzt. Der Weg zu Europas Lachnummer ist nun angezählt.
(Erinnern Sie sich noch an das Unentschieden gegen Portugal, an die Siege gegen Luxemburg und Island, an die Spiele auf Augenhöhe gegen Schweiz, Österreich, Russland, Schottland? Das waren noch Zeiten. Kompliment an die Damaligen).
Vaduz buttert schon seit Jahren Millionen in die Hosentaschen ausländischer Spieler. Die Einheimischen lässt man verhungern. Gestandene Nationalspieler werden ausgebootet. Man fährt eine Strategie gegen das eigene Land, ohne Rücksicht auf den heimischen Fussball, ohne Solidarität zur Heimatgemeinde, ohne Empathie an die Fans im ganzen Land, die Ehemaligen, die Ehrenmitglieder, die Gönner. Wie kann man aus rein persönlichem Egoismus nur eine ganze Gesellschaft so verschaukeln? Ein solches Vorgehen ist aus meiner Sicht verwerflich.
(Haben Sie im TV das Spiel Vaduz gegen Lausanne gesehen? Gähnende Leere im Stadion. Ein paar wenige Zuschauer verfolgen das Spiel. Himmeltraurig. Zum Weinen).
Und was macht der Verband. Er schaut zu und lässt dem unrühmlichen Anti-Liechtenstein-Treiben freien Lauf. Leider kriselts auch bei der Nachwuchsförderung. Der LFV muss sich den Vorwurf gefallen lassen, die Verantwortung für den Fussball in Liechtenstein sträflich zu vernachlässigen. Hervorragende Visionsbroschüren gestalten und ein monströses Kompetenzzentrum bauen ist gut und recht. Die Musik spielt allerdings auf dem Fussballviereck.
Für mich ist es höchste Zeit, dass der Fussballverband mit den Vereinen eine Pro-Liechtenstein-Vision entwickelt und diese kraftvoll umsetzt. Ein Weiter so kann keine Option sein. Auch die Nachwuchsförderung braucht dringend frisches Blut. Vor allem auch bei den Vereinen. Mit Daniel Hasler, langjähriger Nationalspieler, Trainer, Jugendförderer würde zurzeit der für unser Land beste Mann als Sportchef zur Verfügung stehen. Ihn zu engagieren müsste für den LFV eigentlich Pflicht sein. Daher LFV: aufwachen, aufstehen und handeln.

Reinhard Walser, Bartlegrosch 38, Vaduza

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