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Leserbrief

Die Taube am Dach!

Dr. Norbert Obermayr, Auf Berg 44, Mauren | 19. Mai 2022

Oder: Wenn die Panik die Regie übernimmt! Jetzt haben es die Abgeordneten der FBP und der VU eilig. Schnell soll eine Rentenreform auf den Weg gebracht werden. Argumente, die gegen die Franchise-Initiative vorgebracht wurden, gelten plötzlich nicht mehr. Beispiel Franchise: Kostenersparnis für 7424 Rentner ist eine Giesskanne. Was ist die Rentenerhöhung für 23 889 Rentner? Alter ist nicht gleich Bedürftigkeit? Stimmt. Warum sollen aber dann – diesem Argument folgend – alle Renten erhöht werden? Dazu gäbe es noch weitere Beispiele, wie Gegenargumente «vom Zaun gebrochen werden» und in der eigenen Initiative, wo sie noch viel viel mehr gelten, plötzlich unter den Teppich gekehrt werden.
Dass eine Rentenreform dringend nötig ist, wird niemand infrage stellen. Dass es jetzt ein Schnellschuss werden soll, zeugt von Panik und von Missgunst. Jede Rentenreform muss nachhaltig und zukunftsgerichtet sein. Das bedarf meines Erachtens eines ganz anderen Rentenmodells – die Grundlagen für das aktuelle Rentenmodell sind wirtschaftlich und demographisch überholt – mit einer sehr langen Übergangszeit. Das geht auch nicht «ruck, zuck»! Wie steht es im «Volksblatt» vom 12. Mai: «(…) Ob der Vorstoss nun tatsächlich eine Anpassung an die Stellschrauben (…) zur Folge haben wird.» Eine sehr vorsichtige Formulierung, die später allen Erhöhungen Tür und Tor öffnet. Wie war das mit der Generationengerechtigkeit?
Die Franchise-Initiative, und das sei allen Liechtensteinerinnen und Liechtensteinern gesagt, ist im Grunde eine Alternative für eine Rentenerhöhung, die so leistbar und vor allem auch schnell umsetzbar ist. Es ist «der Spatz in der Hand». Möge die «Taube am Dach» doch auch herunterkommen!

Dr. Norbert Obermayr, Auf Berg 44, Mauren

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