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Leserbrief

Gratis-ÖV: Was dauert so lange?

Franz Schädler, Rossbodastrasse 27, Triesenberg | 12. Mai 2022

Unter dem Titel «Gratis-ÖV – Wahlversprechen» veröffentlichte ich am 3. Mai 2022 einen Leserbrief, in dem ich wie schon mehrmals forderte, den Gratis-ÖV einzuführen und die diskriminierende Zonen­einteilung anzupassen. Das «Vaterland» berichtet anderntags: «Gratis-ÖV ist noch nicht vom Tisch.» Im Dezember 2020 habe die Regierung eine Studie in Auftrag gegeben. Es brauche Geduld. Im Herbst sollen die Ergebnisse der Öffentlichkeit präsentiert werden. Die Frage ist, wer ist die Arbeitsgruppe? Sind es die alten Verdächtigen, die die ­Regierung schon bei der S-Bahn ­beraten haben?
Wieso braucht es zwei Jahre, um dies zu klären? Wieso schiebt man solche Entscheidungen wie viele ­andere auch auf die lange Bank? Für viele Bewohner unseres Landes ist ein solches Hinauszögern und ­Hinausschieben, oder gar Schubladisieren, sehr, sehr mühsam. Die Geduld ist irgendwann am Ende.
Ist das der schnelle, direkte Weg, der von unseren Politikern immer wieder beschworen wird?
Zur diskriminierenden, schikanösen Zoneneinteilung der LIEmobil hört und liest man leider weiterhin nichts. Hier herrscht Stillschweigen. Schon 2019 erklärte die LIEmobil, sie hätten die Zoneneinteilung 2017 geändert und man könne dies in so kurzen Zeitabständen nicht wieder ändern. Beim Betreiberwechsel im Dezember 2021 hätte sich ein geeigneter Zeitpunkt ergeben, um die vergangenen Fehler zu korrigieren, damals wären mit den geforderten Massnahmen Tausende von Franken eingespart worden.
Sind sich LIEmobil und das zuständige Ministerium im Klaren, dass mit dieser Zoneneinteilung die Bevölkerung von Triesenberg schon jahrelang diskriminiert wird? Unter Diskriminierung versteht man jede Form der ungerechtfertigten Benachteiligung oder Ungleichbehandlung von einzelnen Personen oder Gruppen aufgrund verschiedener wahrnehmbarer beziehungsweise nicht unmittelbar wahrnehmbarer Merkmale. Die Triesenberger Einwohner sind die einzigen im Land, die auf Fahrten innerhalb ihres Gemeindegebietes für zwei Zonen bezahlen müssen und damit um 33 Prozent teurer fahren. Eine Fahrt ab Zentrum Triesenberg nach Vaduz, nach Gaflei, Steg und Malbun geht über zwei Zonen. Hingegen ist das ganze Unterland in eine Zone eingeteilt. Im November 2021 stellte Dagmar Bühler-Nigsch im Landtag zu diesem Thema ein kleine Anfrage. Schon damals gab es seitens des zuständigen Ministeriums nur fadenscheinige, nichtssagende Antworten.

Franz Schädler, Rossbodastrasse 27, Triesenberg

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