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Leserbrief

Verschärfen oder verbieten?

Georg Schierscher, In der Fina 15, Schaan | 16. April 2022

Casinos in Liechtenstein sind nicht einem Volksbedürfnis erwachsen, sondern dem finanziellen Eigeninteresse weniger in- und ausländischer Privater. Die Politik hat ihnen leider eine blühende Nische bereitet, basierend auf massiven Steuervorteilen im Vergleich zum Ausland. Casinos haben aufgrund der ihnen innewohnenden, im Geldspielgesetz genannten Gefahren – wie sozial schädliche Auswirkungen und organisierte Kriminalität – einen üblen, rufschädigenden Beigeschmack. Sie schaffen keine nachhaltigen Werte, wohl aber fragwürdiges Geld. Wäre all dem nicht so, würden wir nicht von ihrem Wildwuchs und die Politik nicht von einem Fungizid als Gegenmittel sprechen. Diejenigen, die Problembegrenzung durch Verschärfen der Rahmenbedingungen erreichen wollen, mögen Befürwortern eines Casinoverbots bitte nicht mangelnde rechtliche Verlässlichkeit vorwerfen, denn beide sind bereit, unter dem Druck der Misere im Nachhinein die Spielregeln zu ändern. Ihre Absichten unterscheiden sich nur im Mass der Wirkung, aber nicht im Grundsatz. In Landtagsdiskussionen war vom Wunsch nach einem oder zwei Edelcasinos zu hören. Das Mittel der Verschärfung der Rahmenbedingungen ist an sich mit unbestimmtem Ausgang behaftet. Wie soll damit eine gezielte, rechtlich vertretbare Reduktion an Casinos gelingen? Und wären ein oder zwei Edelcasinos die Lösung? Ein unsympathisches, elitäres Klassendenken! Es muss dem Volk erlaubt sein, den politischen Fehler unbefristeter Casino-Bewilligungen und die daraus sich ergebenden vielfältigen Fehlentwicklungen zu korrigieren. Das würde im Ausland grossmehrheitlich wohl auch so gesehen und gewürdigt werden.

Georg Schierscher, In der Fina 15, Schaan

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