Leserbrief

Rheinaufweitung als Ökobriefmarke

Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen | 24. März 2022

Klimakrise, die russische Gasabhängigkeit, die liechtensteinische Mobilitätskrise und die weltweit steigende Nachfrage nach elektrischer Energie. Die Zeit drängt und die Zeit ist reif, dass das Volk sich gemeinsam mit Planern jetzt intensiv mit der zukünftigen räumlichen Entwicklung des Rheins beschäftigt, eine Auseinandersetzung über Funktion und Nutzung des Flussraumes Liechtenstein.
Die Diskussion zur Nutzung der Wasserkraft mittels Flusskraftwerken sollte wieder aufgenommen werden und Machbarkeiten geprüft werden, denn wir wollen auch in Zukunft wirtschaftlich möglichst unabhängig und erfolgreich sein und im europäischen Wirtschaftsraum bestehen. Wir sollten dabei endlich Konzepte entwickeln, welche nicht nur die dauerhafte Dammsicherheit beinhalten, sondern auch die Integration einer künftigen Entlastungstrasse, ober- und/oder unterirdisch, als Bypass sozusagen zur Landstrasse mit bereits jetzt über dreissig möglichen Querverbindungen. Die bewährten Schutzdämme sinnvoll zu sanieren und auch für andere Funktionen wie die der nachhaltigen und ökologischen Energiegewinnung und als Entlastungskorridor der elektrischen und autonomen Mobilität bereitzustellen, wäre ein mutiger Schritt in den Horizont. Nachhaltiger und zielführender als eine Betrachtung einer isolierten RheinAufweitung, sozusagen eine geschaffene Secondhand-Naturlandschaft als zusätzliche Spassanlage mit Unterhaltungswert.

Nur am Rande zur Erinnerung: Das Rheinkraftwerk-Projekt aus den 1980er-Jahren ging damals von einer bis zu 80 Prozent liechtensteinischer Eigenversorgung mit Elektrizität aus. Dass die künftige Mobilität, die Beheizung von Gebäuden und die Industrie vor allem mit Elektrizität betrieben wird, dürfte wohl unbestritten werden. Demzufolge ist der Rhein eine Quelle für eine dezentrale, nachhaltige, erneuerbare und saubere liechtensteinische Energieversorgung. Nicht zu vergessen ist die Schaffung von vielen neuen Arbeitsplätzen.

Markus Sprenger, Rheinau 16, Triesen

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