Leserbrief

Franchisebefreiung, Teil eins

Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell | 23. März 2022

Bei der Volksinitiative geht es um die Abschaffung der gesetzlichen Franchise von 500 Franken für über 65-Jährige in der Krankenversicherung und nicht um eine Rentenerhöhung. Die Initiative hilft den Rentnern, die ihre Prämien im Land bezahlen. Die einen sind dafür, die anderen dagegen! In einer Demokratie ist das legitim.
Ich bin dafür, weil:
1. Im Rentenalter werden wir alle naturbedingt «schwächer und gebrechlicher» (Alterungsprozess) und sind auf mehr ärztliche Leistungen und Pflegehilfe angewiesen.
2. Viele Rentner mit geringem Einkommen (AHV-Rente von 1160 bis 2320 Franken) überlegen, ob sie zum Arzt gehen sollen oder nicht, weil ihnen der Selbstbehalt und die Franchise zusammen zu teurer sind. Für sie stellen diese 500 Franken eine zusätzliche Belastung dar.
3. Der Selbstbehalt für die medizinische Behandlung von 10 Prozent und die wählbare Franchise bis zu 4000 Franken bleiben bestehen. Medizinische Behandlungen werden für Rentner also nicht kostenlos.
4. Rentner haben lebenslang in die Krankenkassen einbezahlt. Unsere Nachkommen zahlen auch, damit sie im Rentenalter auf eine gute medizinische Grundversorgung hoffen können! Das nennt man auch Solidaritätsprinzip und hat mit Generationenkonflikt nichts zu tun!
5. Nicht zu vergessen: Mit dem Eintritt in die Pension verdoppelt sich die Krankenkassenprämie für viele, denn der Arbeitgeberanteil von 50 Prozent der Krankenkassenprämie fällt dann weg. Der «Durchschnittsrentner» bezahlt aus der eigenen Tasche mehr in die Krankenkasse als der Erwerbstätige.
6. Es geht nicht um das Giesskannenprinzip, sondern um Menschlichkeit, Wertschätzung und Respekt vor dem Alter. Personen im Rentenalter sind oft auf medinische Leistungen angewiesen, diese Kosten können mit dieser Initiative etwas reduziert werden.

Agnes Dentsch, Poliweg 12, Ruggell

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