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Leserbrief

Braucht Liechtenstein ein Satellitenprojekt?

Fritz Epple, Im Letten 13, Ruggell | 21. März 2022

Zum Beitrag «Neuer Investor soll die Wende für Satellitenprojekt bringen», erschienen im «Volksblatt» vom 18. März:
Ich finde es gut, dass das Amt für Kommunikation seine Pflicht erfüllt, indem es die technische und finanzielle Realisierbarkeit des Projekts prüft. Das reicht aber nicht. Regierung und Landtag müssten sich meiner Meinung nach weitergehende Fragen stellen. Immerhin scheint man inzwischen die heiklen geopolitischen Folgen der chinesischen Beteiligung erkannt und die in meinen Augen naiven Ausführungen von Herrn Dr. Krenkel im 1FLTV zu diesem Thema durchschaut zu haben.
Ich vermisse eine kritische Auseinandersetzung mit den Auswirkungen auf den Energieverbrauch und die Umwelt. Im Rahmen dieses Projekts sollen in den nächsten Jahren 600 Satelliten in eine Umlaufbahn von ca. 1000 km Höhe gebracht werden. Ein einzelner Satellit hat nach Aussage von Dr. Krenkel eine Masse von ca. 200 kg. Eine einfache Rechnung ergibt, dass dafür 7 bis 8 grosse Ariane-Trägerraketen notwendig wären. Um diese Satelliten auf ihre Umlaufbahn zu bringen, ist eine sehr grosse Energiemenge notwendig; sie entspricht ungefähr der Jahresproduktion des Saminakraftwerks oder der gesamten Benzinmenge, die in einem Jahr auf Liechtensteins Strassen verbrannt wird. Von der enormen Umweltverschmutzung und der Gefahr durch kollidierende oder ausser Kontrolle geratene Satelliten, dem sogenanntem Weltraumschrott, einmal ganz abgesehen.
Wie sollen wir angesichts solcher Zahlen unserer Jugend glaubwürdig vermitteln, dass es uns ernst ist mit der Erreichung der Klimaziele und dem Erhalt der Schöpfung?

Fritz Epple,
Im Letten 13, Ruggell

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