Leserbrief

Eine Frage der Gestaltung

Die Fraktion der Freien Liste | 21. März 2022

Zukunft passiert nicht einfach. Sie ist Ergebnis der Wirkung von Haltungen, Verhaltensweisen und Entscheidungen. Damit nimmt die Wirtschaft, die Politik, jede und jeder von uns eine gestalterische Rolle ein – bewusst oder unbewusst, aktiv oder passiv.
Anlässlich des Internationalen Tags der Frau hielt der Wiener Gerhard Wagner in seinem Impulsreferat im Literaturhaus Liechtenstein treffend fest: «Männer brauchen Gleichstellung und Gleichstellung braucht Männer.»
Die Fraktion der Freien Liste ist der Ansicht, dass es am Beispiel der Lohnungleichheit längst nicht mehr nur benachteiligter Frauen bedarf, die sich für das Anliegen gleicher Lohn für gleiche Arbeit einsetzen und stark machen. Es sind die Männer, für die eine Gleichstellung, insbesondere die Lohngleichheit wesentliche Vorteile mit sich bringen würde. Für sie ergäbe sich eine echte Wahlfreiheit: Etwa Teilzeit arbeiten zu können, weil das Argument, dass die Partnerin weniger verdient und deshalb zu Hause Kinder und Haushalt schmeisst, gar nicht mehr grundlegend zutrifft. Auch für das oft gewünschte Wohneigentum könnten Frauen weitaus mehr beitragen, würden sie verdienen, was ihr männlicher Kollege verdient.
Es gibt diverse politische Modelle in Europa, wie Lohngleichheit angestrebt wird und damit ausreichend Beispiele, an denen sich Liechtenstein orientieren kann.
Die Schweiz beispielsweise kennt seit 2021 die verpflichtende Lohnanalyse für Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitenden. Angesichts des unerklärbaren Anteils der Lohnungleichheit appelliert die Fraktion der Freien Liste an die Wirtschaft und die Politik – an Frauen und Männer gleichermassen: Lohngleichheit bedarf einer Haltung, bedarf entsprechender Verhaltensweisen und Entscheidungen. Es ist Zeit, eine Zukunft der Lohn-gleichstellung aktiv zu gestalten und sich mit dem Wert von Arbeit auseinanderzusetzen. Dafür sind alle gefragt.

Die Fraktion der Freien Liste

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