Leserbrief

Franchise abschaffen bringt nichts

DU – die Unabhängigen | 9. März 2022

Die Rentnerinnen und Rentner sollen von der Franchise befreit werden, so will es die DpL. Für eine Partei auf Stimmenfang ist dies verständlich, ob allerdings die Beschenkten damit glücklich werden, ist eine andere Frage, denn:
• Nicht alle Seniorinnen und Senioren brauchen diesen Zustupf und diejenigen, die wirklich bedürftig sind, haben bereits jetzt die Möglichkeit, eine Prämienverbilligung zu beantragen.
• Wer die Zeche schlussendlich bezahlt, dazu schweigt die DpL. Könnte gut sein, dass sich die Prämien erhöhen, zu Ungunsten der aktiven Bevölkerung, was den schon bestehenden Generationenkonflikt unnötigerweise aufheizen könnte.
• Nicht alle Senioren werden damit einverstanden sein, dass die DpL erneut gegen Rentnerinnen und Rentner im Ausland Stimmung macht, wohlgemerkt Menschen, die sich ihre Ansprüche durch ihre Arbeit und ihre Abgaben im Lande erworben haben. Die DpL weiss ganz genau, dass ihre Forderung vor dem EUGH niemals Bestand haben wird, scheinbar kennt die Stimmenjagd der DpL keine Schonzeit.
• Auch Junge, junge Familien und Alleinerziehende stöhnen unter den hohen Gesundheitskosten. Eine einzelne Gruppe aus dem Solidarsystem auszunehmen, zerstört dieses.
• Die Franchise wurde eingeführt, um die Menschen vor unnötigen Arztbesuchen abzuhalten und ihre Eigenverantwortung zu stärken. Fakt ist allerdings, dass die Anzahl der Arztbesuche nicht wesentlich abgenommen hat. Fakt ist auch, dass viele auf einen Arztbesuch aus Kostengründen verzichten, mit fatalen Folgen, denn, verschlimmert sich die Krankheit, steigen auch die Heilungskosten, die schliesslich von den Versicherten bezahlt werden müssen.
• Menschen aus Kostengründen von einem Arztbesuch abzuhalten, ist eine blöde Idee. Leider gibt es auch Menschen, die, nachdem die Franchise bezahlt ist, erst recht mit dem sogenannten Ärztehopping anfangen – von Praxis zu Praxis rennen, bis die Diagnose passt.
• Liechtensteinerinnen und Liechtensteiner besuchen im Durchschnitt fünf Mal pro Jahr eine Arztpraxis. Aus unserer Sicht wäre es deshalb zielführender, eben diese ersten fünf Praxisbesuche nicht der Franchise anzurechnen. So könnten auch Menschen mit kleinerem Budget ärztliche Betreuung ohne zusätzliche Kosten in Anspruch nehmen. Chronisch Kranke müsste man von dieser Regel befreien, den Malus hätten dann die, die unnötige Arztbesuche auf Kosten der Prämienzahler in Anspruch nehmen.

DU – die Unabhängigen

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