Leserbrief

Eigenständigkeit bei Daten schaffen

Michael Wannke, Täscherlochstrasse 1, Triesenberg | 27. Januar 2022

Vorbemerkung: Ich bin überzeugt davon, dass alle Beteiligten, insbesondere die Regierung, die beteiligten Ämter, aber auch sogenannte «Impfkritiker», eigentlich am selben Strang ziehen möchten, nämlich das Wohlergehen der hiesigen Bevölkerung sichern.
Vor Kurzem wurde in einer Meldung im «Volksblatt» bekannt gegeben, dass der Impfstatus bei SARS-Cov2-Inzidenzzahlen zukünftig nicht mehr erfasst würde. Das würde wohl auch von anderen Ländern so gemacht. Als weiterer Grund wurde angegeben: «Hinzu komme, dass die doppelte Impfung bei Omikron ohnehin nicht mehr so gut vor einer Ansteckung schütze.»
Auch wenn ausländische Behörden dies so halten mögen, sollte Liechtenstein hier seinen eigenen Weg gehen, denn Daten sollten nicht nur dann erhoben werden, wenn sie für die Impf- oder Boosterkampagnen sprechen, sondern auch (oder auch gerade dann), wenn sie diese in Frage stellen, sodass eine ausschliesslich auf die Gesundheit und das Wohlergehen der Bevölkerung bedachte, kontinuierliche (Neu-)Bewertung der Risiken und Nutzen der zurzeit verabreichten mRNA-Impfstoffe, gerade im Hinblick auf Omikron, überhaupt möglich wird.
Anlass zur Sorge geben beispielsweise Omikron-Daten aus den RKI-Wochenberichten der vergangenen Wochen, beispielsweise vom 13. Januar 2022 – freilich nicht dem flüchtigen Leser der Berichte der deutschen Behörde, sondern nur, wenn die wichtigen Kennziffern händisch aus den dort angegebenen Daten errechnet werden: Beispielsweise in der Altersgruppe 18 bis 59 Jahre deutet sich für Geimpfte eine negative (!), und für «Geboosterte» allenfalls eine minimale Schutzwirkung in Bezug auf symptomatische, positiv auf Omikron getestete Fälle an. Ähnliches zeichnet sich auch in Bezug auf Omikron-Hospitalisierungen, Intensivfälle und Todesfälle ab.
Bei einer kürzlich durchgeführten Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA unter 1004 Erwachsenen äusserten rund 15 Prozent, dass sie» starke Nebenwirkungen» verspürten. Die aktuellen hiesigen Impfempfehlungen sollten daher zumindest sehr sorgfältig geprüft und Impfungen im Einzelfall entschieden werden. Zu beobachten wäre, ob sich die obigen Trends auch in Liechtenstein abzeichnen oder sogar schon vorliegen.
Für die Auswertungen sollten daher die bisherigen Impfstatusabhängigen Zahlen weiter erfasst werden und über mehrere Monate hinweg Gesundheitszustände von Impflingen aktiv abgefragt und mit denen einer Kontrollgruppe beispielsweise von dauerhaft Ungeimpften verglichen werden. Auf ausländische ­Behörden verlassen genügt nicht.

Michael Wannke, Täscherlochstrasse 1, Triesenberg

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