Leserbrief

Jan Böhmermann als Bildungsminister

Arthur Bras, Matschilsstrasse, Triesen | 15. Dezember 2021

Wissenschaftliche Untersuchungen kommen gemäss «Wall Street Journal» zum Schluss, dass Dienste wie «Instagram» negative Folgen für die psychische wie physische Gesundheit von Kindern hat. Dies aufgrund von Algorithmen, welche durch zugeschnittene Inhalte Abhängigkeit verursachen. Das gilt auch für «YouTube» oder «TikTok». Firmen wie «Facebook» und «Whatsapp» sind wissentlich mitverantwortlich für Menschenhandel, Hass und Hetze. Weil man Geld damit verdient, wie Jan Böhmermann in seiner letzten Sendung treffend feststellt.
Die Studie der Universität Leipzig mit über 500 Kindern resümiert, dass «Vorschulkinder, die täglich Smartphone oder Computer nutzen, ein Jahr später mehr Verhaltensauffälligkeiten wie Hyperaktivität und Unaufmerksamkeit aufweisen als Kinder, die diese Medien nicht nutzen. Kinder ohne Medienkonsum haben vergleichsweise auch weniger emotionale Probleme.»
Man darf davon ausgehen, dass sich dies bei älteren Kindern nicht anders verhält.
Leider wird dies von hierzulande alarmschlagenden Psychologen, was die Berichterstattung betrifft, mit keiner Silbe als mögliche Ursache erwähnt. Dafür gibt es Berichtbilder von Kindern mit andächtig gesenktem Haupt aufs Smartphone und bildschirmbestrahltem Gesicht im Halbdunkel, quasi als nicht hinterfragbare, gelebte Normalität. Kindergärten werden aufgrund eines «verantwortungsvollen Entscheides» der Regierung mit «IPads» ausgestattet.
Broschüren des ASD besagen, dass Kinder der Sekundarschulstufe I ein Smartphone «brauchen». Offene Gespräche seien «besser als Filtersoftware». «Verzichten Sie auf Handy- oder Internetverbot. Wenn Kinder Opfer von Schikanen werden, ist dies Bestrafung genug», oder «Es ist egal, in welchem Medium Ihr Kind liest. Hauptsache es liest! Dazu gehören auch Technik-Kataloge, Facebook-Einträge oder Computerspiel-Anleitungen.» Die empfohlene Bildschirmzeit für Kinder von 10 bis 13 Jahren liegt bei etwa 60 Minuten.
Bezüglich Pornografie im Netz rät das Amt: «Eine übertriebene Reaktion oder gar ein Verbot sind kontraproduktiv und steigern eher das Interesse an dem Verbotenen.» Das ASD fordert die Eltern somit öffentlich zur Tolerierung eines Straftatbestandes gemäss Art. 102 KJG auf. Diese Belege für amtlich gestützte Wohlstandsverwahrlosung sind unter «Digitale Medien» abrufbar: www.llv.li/inhalt/1521/amtsstellen/kinder-und-jugendschutz.
Das Schulamt bezeichnet «YouTube» als Lehrmittel, stellt Kindern Geräte zur Verfügung, welche die Sichtung nicht jugendfreier Inhalte ermöglichen. Beide Amtsstuben verhalten sich vor den Augen der Regierung wie «Facebook»: Es sind nicht einzelne Ausreisser, sondern gelebte Akzeptanz gegenüber dieser Missstände. Man wird nur aktiv, wenn man rechtlich gezwungen wird oder unangenehme Aufmerksamkeit bekommt. Jan Böhmermann würde die jetzige Besetzung des Postens als Bildungsminister in Liechtenstein bezüglich Kompetenz und Sorgfalt weit überflügeln.

Arthur Bras,
Matschilsstrasse, Triesen

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