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Leserbrief

Wenig Begeisterung des Landtages

Hansrudi Sele, Pradafant 1, Vaduz | 6. Dezember 2021

In der Freitagausgabe des «Liechtensteiner Volksblatt» (03.12.2021) berichtet Hannes Matt über die «eher verhaltene» Begeisterung des Landtages für eine Rentenanpassung bei der AHV. Nun denn, in dieser Angelegenheit kann man keine Begeisterung erwarten, geht es dabei doch um eine Korrektur der vom Landtag vor 11 Jahren beschlossenen, kaum gerechtfertigten Sparmassnahme, die den Rentnern damals im Zuge der Sanierung des Staatshaushaltes auferlegt wurde. Mit der Abkehr vom Mischindex wurden Rentenanpassungen für Jahrzehnte auf Eis gelegt.
Im selben Zeitraum, da das wohlhabende Liechtenstein auf Rentenanpassungen bei der AHV verzichtete, haben sowohl Österreich wie auch Deutschland die Renten regelmässig angehoben: Österreich seit 2011 um 20,65 Prozent, Deutschland seit 2012 um 24,46 Prozent. Auch in der Schweiz wurden die Renten während der letzten zehn Jahre viermal angepasst. Eine Versicherung wird an ihren Leistungen gemessen. Die liechtensteinischen AHV-Renten haben wegen der beschämenden Rentenpolitik einiges an Wert verloren. Es bedarf nicht des Armutsberichtes zur Feststellung dieser Tatsache. Es ist auch ein falscher Ansatz, die Renten der staatlich verordneten Altersversicherung mit Almosen gleichzusetzen, wie einzelne Abgeordnete es getan haben. Das ist eine denkbar schlechte Perspektive für künftige Rentenbezüger. Nach der Meinung von Sozialminister Manuel Frick, so wird im «Volksblatt» weiter berichtet, ist das Leben in den letzten 10 Jahren sogar günstiger geworden. Wenn das im föhnigen Süden des Landes der Fall ist, kann man den Balznern nur gratulieren. Fachleute sind sich einig, dass der Konsumentenpreisindex die Lebenskosten der Rentner nicht adäquat abbildet. Rentner sehen die steigenden Krankenkassenprämien oder die höheren Kosten für Wohnen, für den Gebäudeunterhalt, sie profitieren aber eher selten von billigeren Spielkonsolen, Kinderschuhen oder Baby-Nahrung, wie es Walter Kaufmann, Direktor der AHV, in einem Zeitungsinterview (Volksblatt, 6.6.2020) sinngemäss formuliert hat. Mit der Rückkehr zum früher angewandten Mischindex könnte die beschämende Rentenpolitik auf einfache Weise korrigiert werden. Zu hoffen ist, dass sich der Landtag bei der Finanzierung hierfür ohne Zögern und Zaudern einigt.

Hansrudi Sele,
Pradafant 1, Vaduz

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