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Leserbrief

Gefahr für den Hochwasserschutz?

Max Matt, Im Moosacker 28, Altstätten | 19. November 2021

Österreich und die Schweiz haben mit Verhandlungen über einen Staatsvertrag zum Projekt «Rhesi» begonnen. Ziel ist die gemeinsame Erhöhung des Hochwasserschutzes am Rhein. Die beidseitigen Rheinanstösser-Gemeinden von Oberriet bis zum Bodensee sind sicher gespannt, was aus der zweiten Verhandlungsrunde im Dezember 2021 über das Projekt «Rhesi» zu vernehmen ist. Viele Menschen sind der Ansicht, Hochwasserschutz hört sich ganz gut an. Aber es liegt ein viel grösserer Brocken auf dem Verhandlungstisch. Es sind Bestrebungen im Gange, das Wassergerinne auf die ganze Rheinbreite auszuweiten. Dazu müssten unter anderem die Wuhren des heutigen Mittelgerinnes von Oberriet bis zum Bodensee ganz entfernt werden. Die Folgen wäre eine Situation wie sie vor der Rheinregulierung bestanden hat. Die Rheinsohle würde sich gefährlich erhöhen. Der Hochwasserschutz würde in wenigen Jahren zusammenbrechen. Genau dieses Problem wollen die naturnahen Organisationen nicht zur Kenntnis nehmen. Es ist zu hoffen, dass die Verhandlungsdelegationen von Österreich und der Schweiz «Rhesi» von der sicheren Seite her sehen und alles andere hinten anstellen. Die dauernde Verpflichtung (unter anderem Erhaltung der Projektsohle im Rheinmittelgerinne einschliesslich der Vorgründe) wie die Schweiz und Österreich mit dem Staatsvertrag von 1954 eingegangen sind, hat dazu geführt, dass dem Rheintal eine grosse finanzielle Zukunftssorge abgenommen wurde und das Risiko von Überschwemmungen durch den Rhein kaum mehr in Erwägung gezogen wurde. Wir hoffen, dass das auch in Zukunft so sein wird.
Quelle: Zeitschrift «Bündnerland», Oktober 1967; Titel: «Die Rheinregulierung», Obering. H. Bertschinger, Rorschach.

Max Matt, Im Moosacker 28, Altstätten

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