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Leserbrief

Von unten durch den Rotz ins Hirn?

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 18. November 2021

Beruflich musste ich mich jüngst in Lugano auf Covid testen lassen. Ich wählte die Farmacia Solari gegenüber einem Waffengeschäft und einer Bank, die mit einem Plakat dafür Werbung machte. 28 Stutz sollte es kosten. Also etwa so viel wie 830 Gramm heisse Marroni; demnach teuer, aber im Gegensatz zu ihnen unumgänglich. Der Apotheker, ein redseliger aber symphytischer und von der Körpergrösse her für das Nasenbohren bestens geeigneter Mann, würde den Test persönlich ausführen. Ich setzte mich etwas nervös und schlotterig auf den Stuhl und begann, den Mann darauf aufmerksam zu machen, dass ich in Nasentestangelegenheiten ein schon recht angeschlagener, zermürbter, eigentlich gebrochener und seiner Lebensfreude beraubter Mann bin. Zudem wolle er sich meine Zartheit bei seiner Arbeit stets vor Auge halten. Ich erklärte ihm, dass, wenn ich in Liechtenstein testen muss, ich nach jedem Test einen geschwollenen Riechkolben und Nasenbluten habe und mir vier Wochen lang der Rotz aus selbigem heruntertropft. Nachdem er mir daraufhin erklärte, dass Liechtenstein sich auch besser auf Eingriffe auf den Geldbeutel der Menschen und nicht auf deren Rüssel besinnen sollte, wurde er mir noch sympathischer und ich gab das «Gut zum Angriff». Man dürfe das Stäbchen auf keinen Fall gegen das Hirn führen, sondern müsse es möglichst in den Rachenraum bringen. Und kaum waren seine Worte verhallt, war er auch schon fertig und ich hatte überhaupt rein gar nichts gespürt. Neulich in Bendern war meine Freundin vor mir an der Reihe. Ich sah zu und staunte wie tief man dort den Stecken in die Nase hinaufbohrte. Ein Aufschrei von ihr hatte zur Folge, dass ihr die Testperson erklärte, es gäbe neue Anweisungen und sie müssen so tief wie möglich herumstochern. Ich bin dann geflüchtet, denke aber, es wäre nicht übel, würde man den Testern an einem mittig zersägten Schädel zeigen, wo die Nasengänge alle hinführen und dass das Virus eher im Rachen wie im Hirn nistet.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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