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Leserbrief

Schellenpümpel

Joseph Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 15. November 2021

Also das geht so. Man nimmt zwei Boverlibüchsen, am besten alte von der Scana, weil die hatten noch dünneres Blech, was wichtig ist, bohrt jeweils ein Loch mittig in den Büchsenboden und zieht dort einen langen Bendel durch. Innen macht man jeweils einen Knopf, damit der Bendel in der Büchse hält. Dieser kann dann bis etwa dreissig Meter lang sein und man hat ein recht praktisches Sprachübermittlungsgerät. Siehe Schnurtelefon Wikipedia. Obwohl diese Telefone eigentlich sehr praktisch und billig waren, wurden sie von der modernen Technik verdrängt, was sehr schade ist. Doch glücklicherweise stösst die moderne Technik und die ganze Elektronik noch immer an ihre Grenzen, und die alten Erfindungen machen auch heute noch unsere Welt sicherer und komfortabler. So zum Beispiel an den kleinen Bahnübergängen in Nendeln und Schaanwald. Damit der Benutzer des Überganges hört, dass sich die Schranke senkt, ertönt gleichzeitig ein lautes Gebimmel. Über einen langen, vom Bahnhof kommenden etwa 6 mm dicken Draht, dann über eine Kettenmechanik werden zwei Schellenpümpel innen zümpftig an die Schellenglocke geschlagen und zwar so lange, bis die Schranke unten ist und Mensch und Kuh und Ochsen verscheucht sind. Diese Glocken sind trichterförmig und bewusst den Hüten der chinesischen Reisbauern nachempfunden. China soll sehen und erkennen, dass wir ihnen technisch weit überlegen sind, das Hirn am rechten Fleck tragen und den wahren Wert dieser Hutform schon lange besser zu nutzen wussten. Die Schranke selber wird auch mit langen Eisendrähten und einem stabilen Kettenwerk, das über eine Kettenscheibe läuft, nach unten gesenkt und dann wieder nach oben gezogen. Regelmässiges Einfetten der Ketten und das Füllen der Staufferbüchsen versteht sich von selbst. Ein schweres Gegengewicht am Schlagbaum entlastet den Kurbelinschinör im Bahnhof ernsthaft. Erst durch diese Betrachtung dieser wertvollen Technik wird sonnenklar, dass die Konzessionsverlängerung mit den ÖBB unumgänglich war.

Joseph Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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