Leserbrief

Quo vadis Menschheitsfamilie?

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen | 13. November 2021

Herr Langenbahn, ja die Gräueltaten der NS-Zeit sind unumstritten, so auch die Existenz des SARS-CoV-2-Virus. Extremismus jeglicher Art und die oft damit verbundene Intoleranz sind destruktiv.
Die Exekutive hat in Bezug auf die entsprechenden Äusserungen an der betreffenden Demo des Vereins «unerhört» ermittelt: «Gemäss Staatsanwaltschaft liege jedoch ein Verdacht nach Artikel 283 des Strafgesetzbuchs nicht vor.» (VA, 29.9.2021). Wäre es somit nicht an der Zeit, dieses Thema im Zusammenhang mit den Montagsdemos ruhen zu lassen?
Auch die Jungen durften erfahren, wie unberechenbar ein offenes Mikro ist. Eine Rednerin äusserte bei der Junge-Liste-Demo u. a. folgende Worte: «(…) dass wir alle gesund werden (…). Es kann doch nicht sein, dass einige Wenige ein ganzes Land als Geisel halten (…)». Diese happige Anschuldigung tangiert wohlbemerkt 35 Prozent der Bevölkerung; die Demonstrierenden applaudierten.
Wo sind die Beweise, um den Ungeimpften diese schwere Schuld zuzuweisen? Auch Geimpfte können das Virus übertragen und Impfdurchbrüche sind Realität, wodurch selbst Geimpfte im Spital landen können. Auch drängt sich die Frage auf, warum wir alle krank sein sollten? Wie nennt man ein solches Vorgehen in der heutigen Zeit – Mitmenschen öffentlich in dieser Art sinnesgemäss als Geiselnehmer zu bezeichnen?
Dass Menschen, ob Jung oder Alt, ihre Meinung kundtun, ist ein hohes Gut der Demokratie. Allerdings scheint mir, dass es in dieser gespaltenen Gesellschaft gegenüber dem Andersdenkenden an Respekt und Anstand fehlt.
Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein. Aus Protest gegenüber den unverhältnismässigen Covid-Massnahmen – not more – werde ich als eigenständig differenziert denkender Mensch weiterhin an den Montagsdemos teilnehmen. Wohlbemerkt sind die vorherrschenden Grundrechtseinschränkungen historisch und basieren auf einem Zickzack-Kurs der fünfköpfigen Regierung. Es ist zu einfach, kurzerhand alle Demonstrierenden in einen Topf zu werfen.

Carmen Sprenger-Lampert, Landstrasse 333, Triesen

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