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Leserbrief

Recherchieren vor Plagieren

Bernhard Frommelt, Tanzplatz 10, Schaan | 11. November 2021

Seit Monaten verfolge ich die Leserbriefe von Felix Näscher. Dabei bin ich jedes Mal aufs Neue entrüstet. Nicht nur darüber, was er da an Teil- und Unwahrheiten von sich gibt, sondern auch über die Art und Weise, wie er diese präsentiert. Ich bin Geschäftsführer der Schreinerei Frommelt, beschränke mich daher auf Näschers Aussagen zur Verwertung des Liechtensteiner Holzes.
Wenn Felix Näscher den heutigen Verantwortlichen vorwirft, nicht nachhaltig zu handeln, fragt man sich natürlich, was er selbst zu seiner Zeit als Verantwortlicher für Wald und Holz in dieser Hinsicht geleistet hat. Mein Fazit ist da schnell gemacht: Nichts!
Zumindest nichts, was dem holzverarbeitenden Gewerbe im Sinne der Nachhaltigkeit wirklich weitergeholfen hätte. Anstatt das Holz unserer Wälder im Land zu verarbeiten, haben wir es nach Italien und Österreich exportiert. Wir Schreiner haben im Gegenzug Hölzer aus Osteuropa oder aus exotischen Ländern eingeführt, um sie hier zu veredeln. An diesem Missstand hat sich niemand gestört, schon gar nicht der damalige Forstamtsleiter. In dieser Zeit wurde einzig die Möblierung einzelner Amtsstuben (Forstamt, Landwirtschaft, Umweltschutz) mit Holz aus Liechtenstein realisiert. Diese erfolgte jedoch ausschliesslich aufgrund der Initiative und des unermüdlichen Drängens des Vereins Holzkreislauf. Näschers Beitrag zum Erfolg dieses Holzmöbelprojektes: die Ansprache beim Einweihungs-Apéro, bei der er die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit dieses Projektes lobte.
Wenn ich Näschers Zeit mit der heutigen vergleiche, steht mein Urteil in völligem Widerspruch zu seiner Version. Zusammen mit seinem Freund Broggi behauptet er gebetsmühlenartig, dass wir das heimische Holz heute nur zu Heizzwecken verwenden. Ich kann diesen zwei Selbstdarstellern nur empfehlen, sich einmal gründlich zu informieren, bevor sie mit solchen Thesen an die Öffentlichkeit gehen. Das Liechtensteiner Holz wurde in den letzten 50 Jahren noch nie so hochwertig weiterverarbeitet, wie es heute unter seinen Nachfolgern der Fall ist. Das trifft besonders auf die Esche zu, die heute aufgrund des Triebsterbens im grossen Stil anfällt und sich für die verschiedensten Verwendungszwecke eignet.
Das und einiges mehr werde ich gerne in einem späteren Leserbrief ausführen. An dieser Stelle sei lediglich noch erwähnt, dass ich mich auf kein Leserbrief-Ping-Pong mit Näscher einlasse. Seine Selbstverherrlichung hängt mir nämlich zum Hals raus.

Bernhard Frommelt, Tanzplatz 10, Schaan

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