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Leserbrief

«Torpedierte Meinungsfreiheit»?

Verena Bühler, Meierhofstrasse 8, Triesen | 6. November 2021

Zum Leserbrief von Urs Kindle, «Volksblatt» vom 4. November:
Dass jede und jeder eine Meinung haben und äussern darf, ist verfassungsrechtlich garantiert, bedeutet aber nicht, dass Redaktionen alle Meinungen auch veröffentlichen müssen. Das Recht auf Meinungsfreiheit richtet sich in erster Linie gegen den Staat. Ein Recht auf einen Beitrag in einem Diskussionsforum zu einem Artikel oder gar ohne Bezug zu nehmen auf einen Artikel, gibt es nicht. Jedes Medium entscheidet autonom, was es veröffentlicht und was nicht, schliesslich ist es für die Inhalte verantwortlich (cf. «Spiegel»/Panorama/Meinungs­freiheit oder V. Kitz, «Ich bin, was ich darf»). Das möchte ich dem ­«Volksblatt» zu bedenken geben.
Und was den Teufel betrifft, Urs Kindle hat recht, ich bin mir nicht bewusst, wie weit verbreitet die Satansverehrung heute ist. In meinem Bekanntenkreis gibt es einige ­Gottesanbeterinnen, ziemlich viele esoterisch-spirituell Beseelte, aber keine Satansverehrer. Sollte es aber ­einmal zu einer Begegnung mit dem Leibhaftigen kommen, empfehle ich als Bärgerin, sich die Legende vom hl. Theodul in Erinnerung zu rufen. Als eines Tages drei Teufel vor seinem Fenster herumtanzten, rannte er nicht zu den Leuten, um ihnen zu erzählen, wie gefährlich die Kerle seien und sie zu warnen, sich ja nicht mit ihnen einzulassen. Er überlegte sich eine List, sprach die Teufel an und brachte sie dazu, ihn in Windeseile nach Rom zum Papst und samt einer Glocke von dort wieder zurück nach Sitten zu bringen, ohne dass er dafür mit seiner Seele oder sonst etwas bezahlt hätte. Es ist also nicht so klar, was Gut und was Böse ist, und ob nicht aus etwas ­Bösem etwas Gutes entstehen kann und umgekehrt. Das möchte ich Urs Kindle zu bedenken geben.


Verena Bühler,
Meierhofstrasse 8, Triesen

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