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Leserbrief

Verkehrspolitik – Mein Standpunkt

Roland Lapp, Duxweg 3, Schaan | 27. Oktober 2021

Im «Blickpunkt» der Gemeinde Schaan las ich diesen Sommer die verblüffende Aussage «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht, die Prüfungen möglicher Varianten zur Lösung der Verkehrsproblematik im Schaaner Zentrum seien erfolgt und abgeschlossen, es sei nun am Landtag und der Regierung, Entscheidungen zu treffen»! Betitelt wird die Aussage mit dem Slogan «eine Bahnunterführung brächte einen deutlichen Mehrwert».
In den Medien wird gegenwärtig festgehalten, dass die Regierung keine optimale Variante zur Entlastung des Schaaner Zentrums finden kann. Es wurden fünf Varianten eingehend geprüft, so auch eine Streckenverlegung bzw. eine Bahnunterführung. Alle Ansätze seien für sich nicht optimal!
Da aber nach Meinung der Regierung jede Massnahme in Schaan Einfluss auf die Verkehrsentwicklung im ganzen Land haben wird, greife eine isolierte Betrachtung für eine einzelne Gemeinde zu kurz. Nun soll also der grosse Wurf eines landesweiten unterirdischen Tunnelsystems angedacht und ausgearbeitet werden. Die für ein solches Generationenprojekt benötigten Abklärungen werden unsere Planer wohl wieder für Jahre beschäftigen.
Ist es tatsächlich unmöglich, eine zeitnahe Lösung für Schaan zu finden? Natürlich kostet jede Variante, aber es sollte vorwärts gehen und nicht schon wieder vertagt werden.
Es ist schon merkwürdig, dass gewisse Verkehrsprognostiker nunmehr als einzige Lösung der Verkehrsprobleme in diesem Land den Umstieg aufs Fahrrad und den ÖV sehen. Individualverkehr im Auto habe sich auf das absolut Notwendige zu beschränken!
Ebenfalls erstaunt hat mich die Information, dass angeblich die Regierung mit dem vormaligen Verkehrsminister und heutigen Regierungschef kurz vor den Landtagswahlen das Abkommen mit den ÖBB kurzerhand um weitere 47 Jahre verlängert haben soll?! Wozu diese damalige Eile? Die mit den ÖBB ausgehandelte Vereinbarung über eine Übergangsfrist bis zur Findung einer Lösung galt doch bis Ende 2022. Somit wurde diese zur Makulatur! Es stellt sich die Frage, ob die ÖBB jetzt noch in eine Kostenteilung mitverpflichtet werden können! Kann es also sein, dass man durch vorschnelles Handeln wertvolle Asse im Ärmel vergeben hat?
Aus meiner Sicht ist das im Rückblick über die letzten 20 Jahre von allen Seiten eine klassische Bankrotterklärung in der Verkehrspolitik.
Ich bin gespannt auf die Reaktion der Regierung und die des Landtages im November.

Roland Lapp,
Duxweg 3, Schaan

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