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Leserbrief

Ausserordentliche Vollversammlung der Liechtensteiner Jägerschaft

Der Vorstand der Liechtensteiner Jägerschaft | 27. Oktober 2021

Am vergangenen Dienstagabend hielt die Liechtensteiner Jägerschaft eine ausserordentliche Vollversammlung ab. Grund dafür war die geplante Änderung des Jagdgesetzes, die im Novemberlandtag in der zweiten Lesung beraten werden soll. Präsident Michael Fasel informierte die zahlreich erschienenen Mitglieder über die Arbeiten des Vorstandes während der vergangen fast vier Jahre. Der Vorstand der Jägerschaft anerkennt, dass einige Anregungen aus den fachkundigen Jagdkreisen in den Bericht und Antrag aufgenommen wurden. Dennoch weist der vorliegende Entwurf aber noch immer zahlreiche und gravierende Mängel auf. So wurden zum Beispiel die Nachtjagd oder die Möglichkeit für die Einrichtung von Tötungsgattern nicht wie uns mitgeteilt vollständig verboten. Die jetzigen Bestimmungen lassen dies nach wie vor zu und sind nun in Ausnahmeartikeln verklausuliert. Ausserdem betrachtet die Jägerschaft vor allem das angedachte 3-Phasen-System als nicht durchführbar und kontraproduktiv. In erster Linie sind die vorgesehenen Reduktionsjagden im Mai und Juni aus Sicht der Jäger vollkommen undurchführbar. Die Erwartung, dass einjähriges Rotwild und nicht führende Muttertiere an Treibjagden im Frühjahr erlegt werden sollen, ist nicht erfüllbar. Die einjährigen Tiere sind dann grossteils bereits von den Jagdpächtern erlegt, und nicht führende Muttertiere sind auf einer Treibjagd nicht erkennbar. Deshalb soll nach einstimmiger Ansicht der Vollversammlung das 3-Phasen-System gestrichen werden. Anstelle dieser Phasen soll eine Reduktionszeit im November und Dezember festgelegt werden, die Erfolg verspricht und durchführbar ist. Bestimmungen zu Intensivbejagungsgebieten und Jagdkarten waren weitere Kritikpunkte. Die Liechtensteiner Jägerschaft kritisiert somit vor allem Punkte, welche sich schlussendlich in einem mangelnden Tierschutz niederschlagen und in erster Linie zu vermehrten Schäden im Wald führen, was mit der Gesetzesänderung ja eigentlich vermindert werden sollte. Zuletzt wurde die Vollversammlung um eine Vollmacht für den Vorstand gebeten, im Namen der Liechtensteiner Jägerschaft das Referendum ergreifen zu dürfen, sollten weiterhin Bestimmungen aufrecht erhalten werden, die dem Tierschutz entgegenlaufen und eine erfolgreiche Regulierung der Wildbestände behindern. Die Vollversammlung sprach dem Vorstand sodann ihr grosses und breit abgestütztes Vertrauen aus und erteilte die beantragte Vollmacht. Die zweite Lesung zur Abänderung des Jagdgesetzes wird also sehr aufmerksam verfolgt werden und der Vorstand wird zu gegebener Zeit über die Ergreifung eines Referendums beraten und entscheiden.

Der Vorstand der
Liechtensteiner Jägerschaft

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