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Leserbrief

VCL ignoriert die Vorteile der RhB-Meterspur

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 22. Oktober 2021

Zum Forumsbeitrag des VCL im «Volksblatt» vom 20. Oktober:
Der Verkehrsclub Liechtenstein (VCL) erwähnt vor ein paar Tagen, dass ein Auto wesentlich mehr Strassenfläche benötigt als ein Radfahrer oder Fussgänger. Das ist eine reine Binsenwahrheit.
Der VCL meint auch, dass wir zum Transport der vielen Leute alle Verkehrsmittel, von den eigenen Füssen bis zur S-Bahn und Oberlandbahn, nutzen sollten. Das ist ebenfalls eine Binsenwahrheit.
Die kürzlich durchgeführte Volksabstimmung zeigte deutlich, dass die Bevölkerung Liechtensteins keinen Ausbau der ÖBB-Normalspur wünscht. Die ÖBB eliminierte die vergangen Jahrzehnte sämtliche niveaugleichen Bahnübergänge mit und ohne Schranken zwischen Feldkirch und Wien. Das sollte auch für die insgesamt neun Bahnschranken in Schaan und Nendeln gelten – sowohl für die ÖBB als auch bei unseren Politikern.
Eine weitere wesentliche Komponente betrifft den Flächenbedarf für Verkehrsmittel – eine Thematik, die der VCL in seinen Leserbriefen total ignoriert.
Sowohl beim Flächenbedarf, den Tunnelquerschnitten und dem Flächenbedarf für Bahnhöfe als auch beim Investitionsbedarf schneidet die RhB-Meterspur im Gegensatz zur ÖBB-Normalspur wesentlich besser ab. Dieser liegt für alle drei doch wesentlichen Kriterien rund 40 Prozent unter der ÖBB-Normalspur.
Zudem ist der Komfort bezüglich Ein- und Aussteigen bei der RhB-Meterspur wesentlich besser als bei der Normalspur. Ältere Personen, auch Behinderte, können in Sargans oder Buchs kaum ohne fremde Hilfe in die SBB-Normalspur-Personenwagen ein- und aussteigen, sie sind auch nicht rollstuhltauglich.
Solche einzelnen, wesentlichen Pro-Argumente für die RhB-Meterspur ignorierte der VCL bis heute und er hat diesbezüglich noch nie Stellung dazu genommen, noch wurde die RhB-Meterspur jemals in den VCL-Publikationen erwähnt. Auch die Komponente, dass wir Graubünden, Italien, gar das Wallis über einen RhB-Anschluss ohne zeitintensives mehrmaliges Umsteigen erreichen könnten, hat der VCL ebenfalls noch nie in die Waagschale gelegt.
Dass Liechtenstein immer wieder über eine Eisenbahnlösung nachdenken muss, verlangen das Bevölkerungswachstum, die ständige Zunahme des Berufsverkehrs, eingeschlossen der starke Grenzgängerverkehr von den Arbeitnehmern, welche in Liechtenstein arbeiten.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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