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Leserbrief

Die privatisierte Schöpfung

Dr. Norbert Obermayr, Auf Berg 44, Mauren | 21. Oktober 2021

Oder: Die schuldhaften Generationen. Liberalismus, frei sein von Zwängen, gemacht wird, was möglich ist. Alles, was einschränken könnte, abschaffen. Wie Ethik und Moral. Wir machen uns die Erde untertan! Die Bibel erlaubt es ja! Wir tun es. Leider machen wir die «Rechnung ohne Wirt». Die Erde braucht uns nicht.
Hoimar von Ditfurth wäre am 15. Oktober 100 Jahre alt geworden. Muss man ihn kennen? Müssen nicht, aber es wäre nur allzu gut gewesen, hätte man ihn ernst genug genommen. In Radio- und TV-Sendungen warnte der Wissenschaftsjournalist schon in den 1970er-Jahren eindringlich vor den Folgen der Erderwärmung; er sah die Menschheit auf dem Weg zum Abgrund. Ein Vergleich von ihm: Wir befinden uns in einem Flugzeug, und wir ziehen eine Niete nach der anderen aus der Verkleidung. Irgendwann beginnt sich die Verkleidung im Flug zu verbiegen, und relativ bald darauf stürzt das Flugzeug ab. Der Prozess ist dann unumkehrbar.
Wie sich Bilder im Prinzip gleichen. Dazu fällt mir eine Karikatur ein: Ein kleiner Denker wird gehörig von «grossen starken Männern» ausgelacht und verhöhnt. Jetzt «verhöhnt» uns die Natur, und wir können nur noch hilflos zusehen. Und finden dennoch die Bremse nicht, und wir rasen der Glaswand zu. Wir suchen nach einfachen Lösungen, die es längst nicht mehr gibt. Ohne Ethik und Moral (= Umdenken) werden wir keine neuen Wege finden.
Liberalismus, Freiheit, alles ist machbar. Verblendet von den Möglichkeiten haben wir die physischen wie die psychischen Grenzen verloren. Die Welt wird nach dem Nutzen und den Möglichkeiten beurteilt. Und wir haben Luft, Wasser und Boden privatisiert. Schadstoffausstoss! Kollateralschaden. Bodenverbrauch. Dem Mammon geopfert. Spätestens heute müssen wir das Weltgeschehen global und die zu lösenden Aufgaben ganzheitlich sehen. Man kann über Greta Thunberg differenziert denken. Aber eines muss jetzt allen klar sein: Wir brauchen einen «Great Reset»! Im Sinne der Schöpfung. Dass es so weit kommen konnte, ist die «Sünde der schuldhaften Generationen»!

Dr. Norbert Obermayr,
Auf Berg 44, Mauren

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