Volksblatt Werbung
Leserbrief

Zum Nachdenken

Kurt Gstöhl, Festspielstrasse 22, Eschen | 13. Oktober 2021

Am Samstag, den 9. Oktober, besuchten meine Frau und ich, wie jedes Jahr, den Eschner Jahrmarkt. Wir waren überrascht über die grossen Menschenmenge, die sich durch die Strassen schlängelte. Nach einem Rundgang spazierten wir in Richtung Pfrundhaus, dessen Areal sonderbarerweise mit Eisenzäunen abgeriegelt war. Nachdem wir uns beim ­Turnverein Eschen-Mauren Bons ­beschafft hatten, genehmigten wir uns beim Gesangverein Kirchenchor Eschen etwas zu essen. Danach wollten wir einige Weine der Winzer am Eschnerberg, deren Mitglieder wir sind, degustieren. An einer schmalen Einlassstelle der Eisengatter standen zwei zertifizierte Zertifikatsprüfer, an denen unser Vorhaben kläglich scheiterte. Die Frage, ob wir ein 3G-Zertifikat besitzen, mussten wir ehrlicherweise mit Nein beantworten. Wir wollen uns aber nur ganz schnell zwei Gläschen Wein holen, um sie im Freien zu verkosten. Die zertifizierten Zertifikatsprüfer kannten jedoch keinerlei Gnade und forderten uns auf, die Gefahrenzone unverzüglich zu verlassen. Ein paar Schritte über der Strasse setzten wir uns dann auf dem PAP-Areal an einen Tisch an der Sonne. Eine sehr nette Bedienung nahm die Bestellung auf und wir kamen schlussendlich doch noch zu unserem Wein, wenn auch nicht von den Winzern am Eschnerberg. Wir bestellten dann, natürlich ganz im Sinne der 3G-Regel, je 3 Gläser GV (Grüner Veltliner), die wir in aller ­Ruhe und ganz ohne Ab- beziehungsweise Aussperrungszäune geniessen konnten. Ich empfehle den ausführenden Vereinen, in Zukunft auf jegliche Massnahmen zu verzichten, die in irgendeiner Weise Menschen ausgrenzt. Im Besonderen auf das Covid-19-Zertifikat, das unsere Gesellschaft auf unmenschliche und diskriminierende Art offensichtlich spaltet. Die Vereine haben die Aufgabe, das gesellschaftliche Leben zu fördern und die Geselligkeit zu pflegen. Das ist in der momentanen Zeit, in der eine Art Ausnahmezustand zu herrschen scheint, von zentraler Bedeutung.

Kurt Gstöhl, Festspielstrasse 22, Eschen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung