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Leserbrief

Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten

Iryna Gartlacher, Eibenweg 12, Vaduz | 24. September 2021

Das Verkehrsaufkommen in Liechtenstein steigt von Jahr zu Jahr und wird durch Bevölkerungszunahme und Wirtschaftswachstum noch weiter angetrieben. Das bekommen Autofahrer auch in Vaduz zu spüren. Wie gern würde man den stockenden Verkehr im Städtle einfach umfahren. Der Rheindamm bietet sich hierfür geradezu an. Doch so einfach ist es nicht mit der Umfahrung eines Staus. Verkehrsforscher weltweit sind sich einig: Neue Strassen sind kein Mittel gegen Stau, weil sie zusätzlichen Verkehr hervorrufen. Dass mehr Strassen zu mehr Verkehr führen, wird in etlichen Untersuchungen eindeutig belegt. Das ist darauf zurückzuführen, dass sich das Fahrverhalten der Menschen ändert. Sie fahren häufiger mit dem Auto, wenn das Strassennetz ausgebaut wird. Dieses Gesetz des Staus brachte Hans-Jochen Vogel, einst Oberbürgermeister von München, schon vor fast 50 Jahren auf den Punkt: «Wer Strassen sät, wird Verkehr ernten.» Was international und seit Jahrzehnten gilt, ist auch auf Liechtenstein anwendbar. Übertragen auf den Rheindamm lautet die Schlussfolgerung, dass der Rheindamm als Umfahrungsstrasse die Verkehrsproblematik in Vaduz nicht behebt, sondern lang- oder gar mittelfristig zu mehr Autoverkehr führt, was die Situation in Zukunft nur verschärfen wird. Beim Verzicht auf den Ausbau des Rheindamms geht es nicht darum, dass alle aufs Fahrrad umsteigen müssten. Das Ziel ist, eine direkte und sichere Radverbindung zu schaffen, die den Umstieg dort, wo möglich, attraktiver macht, und dadurch zur Entlastung der Strasse beiträgt. Darum: Nein zum Ausbau des Rheindamms.


Iryna Gartlacher, Eibenweg 12, Vaduz

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