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Leserbrief

Zum lustvollen Eigeninteresse – Aber anonym

Felix Näscher, Kirchstrasse 11, Vaduz | 30. August 2021

Vom Jagdpächter angestellt, von diesem bezahlt, gegenüber der Behörde verantwortlich – so üben die Jagdaufseher seit 1962 einen Spagat: «Die Jagdaufseher stehen zwischen dem Staat und den Jagdpächtern», schrieb Landesforstmeister Eugen Bühler 1980; und weiter: «Um aus allen Revieren Angaben und Zahlen zu bekommen, die mit den wirklichen Verhältnissen etwas zu tun haben, kann auf einen in den Revieren voll tätigen staatlichen Funktionär nicht verzichtet werden.» Vor gut 15 Jahren erst kam es zum 40 Jahre lang geforderten Wildhüter; und tatsächlich, entgegen anonym vorgebrachter Lügen und Halbwahrheiten konnten in Umsetzung des Meile-Gutachtens von 2002 bis 2013 für die grossen Probleme bei Wald und Wild zukunftsfähige Lösungen aufgegleist werden: So bilden heute bspw. private haupt- und nebenberufliche Jagdaufseher zusammen mit dem staatlichen Wildhüter einen verlässlichen Pfeiler erfolgreicher Wildbewirtschaftung. Zusammen leisten sie 6 Vollzeitstellen, entsprechend rund 9000 Stunden effektiver Revierarbeit – ein wahrer Luxus im Vergleich zu den umliegenden Ländern.
Mit der Jagdpacht, der Jagdabgabe, den Jagdkarten, den Kosten von 5 Jagdaufseher-Vollstellen und den Beiträgen für die Wildschadenverhütung lassen sich die Jäger ihre Jagd etwa 1 Million kosten: Sie machen es freiwillig und erfordern kein Mitleid. Mitleidiges Unverständnis weckt dagegen die unökologisch-egozentrische Geisteshaltung des Ökologischen Jagd- und des Waldeigentümer-Vereins: Sie ereifern sich «am Privileg einzelner Herrenjäger»; ungeniert wollen sie gleich auch noch über eine geplante Jagdgesetzänderung für sich ein Recht auf freie Jagdausübung erschleichen – durch die Hintertür von der «teuren» Revier- zur «kostenfrei-lustvollen» Patentjagd. Peinlich, dass sich Vertreter waldverantwortlicher Stellen mit wechselnden Hüten in der Anonymität dubioser Vereine verstecken, sich damit feige jeder Eigenverantwortung verweigern und auf Kosten von Wald und Wild ungestraft Eigeninteressen verfolgen.

Felix Näscher, Kirchstrasse 11, Vaduz

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