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Leserbrief

Wer schützt unser Wild?

Richard Schädler, Lavadinastrasse 51, Triesenberg | 20. August 2021

Was bis heute von den Jagdaufsehern und den Jagdpächtern gemacht wurde, soll jetzt zusätzlich von einer staatlichen Wildhut ausgeführt werden. Wie man hört, sollen dafür zwei neue Stellen geschaffen werden.
Ich bin mit der Jagd seit Jahren eng verbunden und verfolge die jagdlichen Entwicklungen der letzten Jahre mit Sorge. Täglich bin ich im Revier unterwegs und sehe es schon als Glücksfall an, wenn ich Rotwild sichte. Wenn ich die vorgeschriebenen Abschusszahlen sehe, habe ich auch grosse Bedenken, dass unsere Enkel bei uns noch Gämsen in freier Wildbahn zu sehen bekommen.
Die Wildbestände wurden in den letzten Jahren drastisch reduziert. Dabei wurden ethische Überlegungen, wie beispielsweise das Jagen mit Nachtsichtgeräten in der Dunkelheit und mit Schalldämpfern, völlig ignoriert. Wo sind die Stimmen der Tierschützer? Wo die Stimmen naturverbundener Menschen, die sich wundern, dass sie auf ihren Wanderungen kaum noch Wild antreffen? Braucht das Wild jetzt auch noch einen zusätzlichen Druck von vollamtlichen, staatlichen Jägern?
Es ist für mich unverständlich, wie man gerade jetzt, wo der Wildbestand bereits stark reduziert wurde, über eine Schaffung von kostenintensiven Staatsstellen in einem so kleinen Jagdgebiet wie es in Liechtenstein ist, sprechen kann. Bisher zahlten die Jagdpächter einen Pachtzins an die öffentliche Hand, auch eine Entschädigung für Wildschäden. Die vielen Stunden, die wir alle für die Wildhut einsetzen, werden gratis gemacht.
Die interessanten Berichte und Leserbriefe von Altforstmeister Näscher zeigen über die Situation im Wald ein klares Bild, das vieles – auch die Schwarzmalerei bezüglich der grossen Gefährdung des Schutzwaldes – relativiert. Seine Überlegungen basieren auf jahrelanger Erfahrung und sein Blick gilt sowohl dem Erhalt des Waldes wie auch dem des Wildes.
Für das Wild und für den Wald hoffe ich, dass künftige politische Entscheide nicht allein aufgrund von teilweise fraglichen Studien getroffen werden und vermehrt auch Erfahrungswerte bei Entscheidungen mit einbezogen werden.
Der Wald ist wichtig und braucht unseren Schutz. Schutz aber braucht jetzt auch unser Wild, das ein wertvoller Bestandteil unserer heimischen Natur ist.

Richard Schädler,
Lavadinastrasse 51, Triesenberg

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