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Leserbrief

Tapferkeitsmedaille? Schön und gut, aber …

Andrea Buchmann Kühnis, Schalunstrasse 9,0 Vaduz | 12. August 2021

Wirklich herzlichen Dank an das Youtuber-Team fürs mutiges Nach­jagen und Schnappen der Diebe. Der Gedanke an eine Anerkennung kommt einem nahe.
Aber: In meinem nächsten Umkreis kenne ich zwei Damen, die, unabhängig voneinander, als Mädchen in ihren unbesonnenen Jugendjahren im Ausland alleine Dieben nachjagten und diese sogar gestellt hatten. (Nicht nachahmenswert!).
Trotz Stolz auf ihre Leistung wäre es ihnen jedoch nie in den Sinn gekommen, selbstgefällig eine Tapferkeitsmedaille von dem Gastland zu erwarten, geschweige denn diese öffentlich von dessen Staatsoberhaupt einzufordern.
Das «Vergeben einer Tapferkeits­medaille» schwebt mir jedoch seit Monaten im Kopf herum. Gut, dass dieser Gedanke nun öffentlich wird. Erinnern Sie sich noch an den Busfahrer, der sich vor einem Jahr im Bus und Schaan Bahnhof zwischen angreifende und sich verteidigende Jugendliche begab, um Schlimmeres für sie zu vermeiden? Was zum Glück auch erreicht wurde. Aber zum Leidwesen erhielt er von den Angreifern nicht nur ernsthafte Drohungen, sondern seine Schulter wurde auch so sehr beschädigt, dass er seither keine Arbeit mehr aufnehmen konnte.
Wenn meiner Meinung nach jemand eine Tapferkeitsmedaille verdient, dann ist es dieser diskrete, nicht an die Öffentlichkeit getretene Bus­fahrer, der sich alleine, mutig und selbstlos für unsere Jugend einsetzte und dabei selber zum Opfer wurde.


Andrea Buchmann Kühnis, Schalunstrasse 9,0 Vaduz

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