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Leserbrief

Mit dem Wolf zum Wald-Wild-Gleichgewicht

Felix Näscher, Kirchstrasse 11, Vaduz | 12. August 2021

Integrale Weitsicht ist gefordert, wenn es gilt, den Wald naturnah zu erhalten: in einem alle zukünftigen Leistungserwartungen offenhaltenden Zustand; in einem Zustand auch, der frei lebenden Wildtieren ein Leben in Wohlbefinden sichert; und schliesslich in einem Zustand, welcher den Erholungs- und Rekreationsraum für uns Menschen erhält. Dabei sind ein besonnener Umgang mit allen Waldressourcen und deren nachhaltige Nutzung unabdingbar. Doch wo bleibt diese Besonnenheit der für Natur, Wald und Wild zuständigen Behörden? Vornehm oder arrogant zurückhaltend – sie bleiben einfach stumm: mit Verweigerung jeden Eintretens in eine Fachdiskussion begnügen sie sich, die nachgewiesene Missachtung der Grundprinzipien des naturnahen Waldbaus totzuschweigen; gebetsmühlenartig wiederholend, aber damit nicht glaubhafter, ereifern sie sich dagegen, unbewiesene Schutzwald- und Verjüngungsdefizite auf dem Rücken von unserem Wild auszutragen – so funktioniert Nachhaltigkeit nun einmal nicht!
Gefragt ist nur eine Umsetzung der Grundsätze des geltenden Waldgesetzes! Doch auf dem Pult des Landtags liegt ein Antrag zur Änderung des Jagdgesetzes – auf der Basis eines «Fach»-Antrages, eines peinlich anmutenden allerdings, nämlich eines, der die Vorausscheidung eines «Jugend forscht»-Wettbewerbs nicht überstehen würde: ohne objektive Darstellung und kritische Beurteilung der Ausgangslage, ohne integrale Zielformulierung und ohne Benennung kohärenter Langzeitstrategien – ein Sammelsurium von Annahmen, Behauptungen, Widersprüchen und Halbwahrheiten; alles unter strikter Verleugnung von Langzeitstatistiken sowie längst erzielten Erfolgen. Was soll denn die propagierte Einführung ethisch abstossender Jagdmethoden und zusätzlicher staatlicher Wildhüter: um etwa dem Wolf das Hirschkalb vor der Schnauze wegzuschiessen? Die Jagdpächter gemeinsam mit dem Wolf werden es schon richten; lassen wir dabei doch dem Wolf, was des Wolfes natürliche Beute ist – ­zusammen werden sie das Gleich­gewicht schon herstellen.

Felix Näscher, Kirchstrasse 11, Vaduz

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