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Leserbrief

Tief unter der Gürtellinie

Georg Kieber, Binzastrasse 8, Mauren | 9. August 2021

Der Triesner Kaplan beging Majestätsbeleidigung in Form von «Medienschelte». Das liess ihm das «Vaterland» nicht durchgehen. Eine Ansprache des Kaplans wurde per ­Video aufgezeichnet, so geht Denunziation, und vom «Vaterland» aufgegriffen. Dass der Kaplan sagte, sich nicht impfen zu lassen, sei kein ­Verstoss gegen die Nächstenliebe, gefiel nicht. Ein unglücklicher, wohl ­sarkastisch-humorvoll gemeinter Ausspruch wird zum Skandal aufgetürmt. Doch damit nicht genug. Der Kaplan erwähnte alternative Medien, über die er sich zu Corona informiere. Prompt fand das «Vaterland» darunter einen Sender, dessen Chefredaktor in der «rechten Szene» in Österreich bekannt sei, und schon musste sich der Kaplan gegen unterstellten «Rechtsextremismus» wehren. Wirklich unerträglich wird dann allerdings die Argumentation von Redaktor Elias Quaderer. Der Kaplan sprach von «gleichgeschalteten Journalisten». Der Begriff «Gleichschaltung», so Quaderer, erinnere unweigerlich an das NS-Regime. Jetzt wird ihm also auch noch nationalsozialistische Gesinnung angehängt. Tiefer unter die Gürtellinie geht es nicht. Ich müsste mich auch persönlich angegriffen fühlen, denn der Kaplan, Ivo Kaufmann, ich und viele andere sind ebenfalls Beobachter der seit Langem «gleichgeschalteten» Coronaberichte. Durch Medienförderung geschmeidig gehalten, entsteht der Eindruck von Redaktoren, die wie Roboter täglich die vorgegebene Impfpropaganda ausdrucken. Da der Kaplan die staatliche Meinungshoheit berührte, meldete sich zwangsläufig auch Triesens Vorsteherin zu Wort. Ein Geistlicher solle sich nicht über «medizinische Aspekte» äussern, meint sie. Dass die penetrante, ausgrenzende Impfpropaganda kein medizinischer ­Aspekt ist, sondern es dabei um Würde und körperliche Autonomie geht, muss sie als politische Amt­sinhaberin nicht wissen. Nachdenklich mit Bezug auf Meinungsfreiheit macht allerdings ihr Wink, der ­Kaplan stehe auf der Lohnliste der Gemeinde. Wer sich kritisch mit den derzeitigen Abläufen befasst, sollte, wie ich, Rentner sein, damit, wie das Beispiel vom Triesner Kaplan zeigt, die Wucht repressiver ­Einschläge abgefedert wird. (Es sei ­erwähnt: Das «Volksblatt» war in dieser Angelegenheit wohltuend ­zurückhaltend.)

Georg Kieber,
Binzastrasse 8, Mauren

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