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Leserbrief

Scheiterhaufen

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 9. August 2021

Zu dem Leserbrief («Volksblatt» vom 7. August) von Frau Eva Rieger, in welchem sie Impfskeptiker einfach als Märchenerzähler beleidigt, wäre zu sagen: Frau Rieger, wenn Sie Angst haben, das Virus könnte Ihnen etwas anhaben, dann müssen Sie sich schützen. Wenn Sie an den Impfstoff glauben, lassen Sie sich impfen. Wenn Sie an die Gemeinheit der Viren glauben, tragen Sie ein paar ganz dicke Masken übereinander. Wenn Sie den Masken misstrauen, dann bleiben Sie zu Hause und verbarrikadieren Sie sich. Aber nehmen Sie bitte nicht einfach Ihre Mitmenschen in die Pflicht und ­verlangen Sie bitte nicht von ihnen, dass sie Ihren Schutz übernehmen müssen. Das müssen sie schon selber tun. Niemand hält sie davon ab. Und wenn sie geimpft sind, dann kann ihnen ja ohnehin nichts mehr passieren. Wussten Sie übrigens, dass ein Pferd einen Darm hat, ­dessen Länge bis zu 39 Meter sein kann? Wenn nicht, dann wissen Sie es jetzt. Und wissen Sie, dass in ­Israel oder in Gibraltarer wo fast alle geimpft sind, sich die Menschen anstecken wie in anderen Ländern auch? Das stand in der seriösen «Times», wie Sie dieses Blatt nennen, das mit dem Ross aber nicht. Trotzdem stimmt beides. Aber was ist nur aus unserm schönen Land geworden? Da leistet sich der Kaplan von Triesen einen verbalen Lapsus und schon landet er auf dem medialen Scheiterhaufen und geistreiche Mitbürger fordern, dass man ihn «feuert». Also nicht einfach entlässt, oder seines Amtes enthebt; nein, er muss «gefeuert» werden. Und das in Triesen, wo man vor noch nicht allzu langer Zeit, alle auf dem Scheiterhaufen verbrannt hat, deren Benehmen den Gottmenschen, ja, die gab es damals auch schon, in den Kram passte. Sinnigerweise behauptet unser Regierungschef: «Wir können nie die Grössten, sondern nur die Besten sein.» Nur, wenn wir jeden, der er ein falsches Wörtchen sagt und ­jeden, der nicht mit der Meute bellt und seinem gesunden Menschenverstand mehr traut wie dem ­gesteuerten Mediengesülze auf den Scheiterhaufen werfen, ist dieses Ziel noch weit weg.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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