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Leserbrief

Von der Gewinnmaximierung und von den Tieren

Nina Fischli, Feldkircherstrasse 50, Schaan | 5. August 2021

Christian Oehri bringt in seinem Leserbrief «Gedanken zur Vermeidung von Tierleid», erschienen am 29. Juli, einen äusserst wichtigen Punkt zur Sprache; die Verantwortung jedes Einzelnen von uns als Konsument. Paul McCartney sagte einmal: «If slaughterhouses had glass walls, everyone would be vegetarian.» Übersetzt heisst das: «Wenn Schlachthäuser Wände aus Glas hätten, wären alle Vegetarier.» Doch weder Schlachthäuser noch Bauernhöfe haben Wände aus Glas und so entscheidet mehrheitlich der Preis darüber, was im Einkaufswagen ­landet. Es genügt deshalb nicht, die Verantwortung auf den Konsumenten abzutreten und darauf zu hoffen, dass sich die Situation der sogenannten Nutztiere verbessert, sobald die grosse Mehrheit der Konsumenten bewusst wahrnimmt und versteht, dass sie mit dem Kauf von Billigfleisch, Eiern aus Bodenhaltung oder vielleicht sogar der ­neuen Daunenjacke aus Lebendrupf Tierleid indirekt unterstützt. Wir brauchen einerseits Gesetze, die Tierquälerei hart bestrafen, sodass sich solche Gräueltaten wie diese im Stall eines Eschner Landwirtes vor vier Monaten nicht wiederholen. Wir brauchen andererseits aber auch Hilfsmittel, die den Bauern den Umstieg von der konventionellen Nutztierhaltung zur tierfreundlicheren und artgerechten Haltung erleichtern. Zu guter Letzt be­für­worte auch ich unangemeldete ­Kontrollen, denn «schwarze Schafe» gibt es überall. Wenn es um Tiere geht, darf die Gewinnmaximierung nicht an erster Stelle stehen, denn auch wenn sie in unserem Gesetz noch als Sachen gelten, so sind sie es nicht.

Nina Fischli, Feldkircherstrasse 50, Schaan

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