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Leserbrief

Offener Brief an die Jugendunion der VU und «Die Neeschta»

Norman Wille, Auring 9, Vaduz | 4. August 2021

Gegenwärtig läuft bei den obigen Gruppierungen eine gemeinsame Umfrage zum Thema «künftige Finanzierung der Alterspflege». Ich begrüsse es sehr, wenn sich unsere Jungen für gesellschaftspolitische Anliegen engagieren. Schade aber, wenn sich der Aktionismus darauf beschränkt, alte und kranke Menschen als reinen Kostenfaktor zu behandeln. Wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass betagte Menschen diejenigen sind, die sich in aller Regel ein gesamtes Leben als wichtige Stütze um unsere Gesellschaft verdient gemacht haben. Es ist aus politischer und moralischer Sicht unanständig und unangebracht, in vorauseilender Panik um die eigenen Pfründe die reinen Kosten der Alterspflege zu be­ziffern. Zweifellos stellt die zunehmende Überalterung unserer ­Gesellschaft eine Herausforderung dar. Gleichzeitig ist sie aber auch eine der grössten Gewinne der Neuzeit. Ich möchte der jungen Generation, also den Alten von morgen, ­einen Rat geben. Kümmert euch um die Finanzen im Jahr 2050 und 2060. Und zwar um eure eigenen, die man als Rente bezeichnet. Wir werden die Pflegekosten gesamtwirtschaftlich stemmen. Anders als eure dereinstige Rente. Die übernimmt kein Gemeinwesen. Sorgt euch im eigenen Interesse lieber darum.

Norman Wille, Auring 9, Vaduz

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