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Leserbrief

Sensibilisierung auf Benachteiligungen

Hans Mechnig, Tröxlegass 46, Schaan | 3. März 2021

Ich weiss nicht, wie Sie das sehen, wie Sie das einschätzen, den Bedarf nach Sensibilisierung auf Benachteiligungen? Ich, für meinen Teil, habe zeitenweise den Eindruck, dass das in unserer Gesellschaft zu einer Hauptbeschäftigung der Politik und zahlloser Institutionen, insbesondere im Medienbereich, aber auch in der Kultur und der Bildung, geworden ist. Dann noch die ganzen weitern, staatlichen oder mit Steuer­geldern gepäppelten Organisationen, die in dieser Opferolympiade mitmischen! Wobei es dann ja auch noch die politisch korrekten, quasi nicht verhandelbaren Benachteiligungen gibt. Z. B. Steuererhöhungen für ­sogenannte «Besserverdiener», um ein einfaches Beispiel zu wählen. Die Herausforderung ist, den Überblick zu wahren. Anderer Ansicht sind da der Arbeitnehmerverband (LANV) und das Junge Theater. Entsprechend haben Sie eine Kooperation vereinbart. «Zwar fühlten sich Jugendliche in ihrem Alter noch nicht benachteiligt, doch wir wollen sie daraufhin sensibilisieren, dass es in Zukunft solche geben kann», zitiert das «Vaterland» die Intendantin des Theaters. Veranschaulichen will man das den jungen Zukunftsopfern anhand von einem der derzeitigen Benachteiligungsparadepferde, der – theoretisch allgegenwärtigen, in der Realität nicht beobachtbaren – Lohndiskriminierung der Frauen. Ich hätte da andere Zielsetzungen. Nach meiner Ansicht sollten die jungen Leute vermehrt für andere Fragen sensibilisiert werden. Beispielsweise: Wie unterscheide ich Wissenschaft von ideologisierter, verpolitisierter Pseudowissenschaft? Was bedeutet es, wenn mir die immer gleichen ­Leute, immer und immer wieder die gleiche, einseitige Sichtweise zu ­einem Thema aufzwingen? Kann es sein, dass immer andere schuld sind? Was ist Eigenverantwortung? Die Antworten auf diese Fragen könnten dabei helfen, die jungen Leute auf die Mutter aller Benachteiligungen zu sensibilisieren: die Gehirnwäsche!

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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