Leserbrief

Jüngere Hochrisikopatienten weiterhin unberücksichtigt!

| 25. Februar 2021

Den Ausführungen des Gesundheitsministers an der gestrigen Pressekonferenz war zu entnehmen, dass sich an der sauberen Strategie der reinen Durchimpfung nach Altersklassen absolut nichts geändert hat. Junge Patienten mit etwa Krebserkrankungen, schweren Lungenfunktionsstörungen oder Herzbeeinträchtigungen können kaum nachvollziehen, dass sie im Impfplan nach wie vor an die vorletzte (!) von sechs Stufen gereiht sind – selbst wenn ein dringliches hausärztliches Attest eine rascheste Impfung empfiehlt und etwa nur bestimmte Zeitfenster zwischen den Behandlungen eine solche überhaupt zulassen.
Wie steht eigentlich die Ärztekammer dazu, dass es den behandelnden Hausärzten (wem sonst?!) bis dato nicht ermöglicht beziehungsweise zugetraut wird, Kraft ihres professionellen Ermessens ihre 20,30 Höchstrisikopatienten zu benennen?
Warum gibt es nicht wenigstens – guten Beispielen in der Nachbarschaft folgend – eine Art Meldeplattform für jüngere Hochrisikopatienten, die standby zur Verfügung stehen, wenn etwa im Impfzentrum Dosen übrig bleiben?
Die verantwortlichen Stellen (gibt es zu viele?) werden jedenfalls nicht darum herumkommen, das quantitative Konzept ein Stück weit zu verlassen und sich der qualitativen Frage der Risikobewertung zu stellen – spätestens sobald die letzte Seniorenklasse durchgeimpft ist. Es ist doch allerhöchste Zeit, jetzt damit anzufangen, will man dann nicht plötzlich den Gesetzen des Dschungels gegenüberstehen.
Wir werden’s danken, zum Beispiel mit Besuchen in der hoffentlich bald wieder – freigetestet oder freigeimpft – zugänglichen Gastronomie.
Letzter Satz: Für die Besuche zur Behandlung im grenznahen Ausland berappen einstweilen einige von uns weiterhin wöchentlich 120 Franken für den Monopoltest des Labor-Risch in der Parkgarage Vaduz.

Thomas List, Jedergass 74, Gamprin

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