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Leserbrief

Antriebswende reicht nicht

Vorstand des Verkehrs- Club Liechtenstein (VCL) | 23. Januar 2021

Um die Verkehrswende zu schaffen, das Klima zu schützen und unsere Dörfer lebenswerter zu machen, brauchen wir mehr als nur eine Antriebswende beim Auto. Denn auch in Zukunft werden nicht alle Menschen in der Lage sein, ihre Wege zu Fuss, per Fahrrad und öffentlichem Verkehr zurückzulegen. Das Auto wird ein Teil unserer Mobilität bleiben. Der restliche Autoverkehr muss klimaneutral und umweltfreundlicher werden. Das Elektroauto bringt uns diesem Ziel am nächsten, wenn es mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen wird. Grosse Vorteile sind auch: keine stinkenden und die Gesundheit schädigenden Abgase. Allerdings bei gleich grossem Flächenbedarf pro Person und gleich viel Auto-Stau.
Beim Vergleich alternativer Antriebssysteme – Elektroantrieb, Plug-in-Hybrid, Benzin-Hybrid, ­Erdgas, Wasserstoff und Brennstoffzelle, E-Fuels, Biokraftstoffe – ist das Elektroauto mit Akku aus Umwelt- und Verbrauchersicht die beste Wahl. Für den Einsatz in Flotten und im Nahverkehr ist es schon heute preislich und umweltseitig überlegen. Grösse und Gewicht des Fahrzeugs sollen aber massvoll ­gewählt werden, sonst gehen viele Vorteile verloren.
Für eine nachhaltige Verkehrs­wende müssen wir jedoch die Zahl der Autos deutlich verringern und ­Alternativen zum privaten Auto ­attraktiver machen. Der VCL setzt sich dafür ein, dass sich die ­Rahmenbedingungen ändern: Alle ­Menschen sollen die Freiheit haben, ohne eigenes Auto gut mobil sein zu können. Konkret heisst das: sichere und komfortable Fuss- und Radwegnetze, bessere Bus- und Bahnverbindungen, weniger Autoparkplätze und mehr Platz für Menschen. Also eine Verkehrspolitik, welche nicht das Auto, sondern die Menschen ins Zentrum stellt.


Vorstand des Verkehrs- Club Liechtenstein (VCL)

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