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Leserbrief

Kürzung der Ferien

Sigi Langenbahn, LANV-Präsident | 22. Januar 2021

Im «Volksblatt» vom 21. Januar auf Seite drei gibt Rechtsanwalt Reinhard Pitschmann einen Rechtstipp zur Kürzung der Ferien, indem er folgenden Gesetzesartikel zitiert. «Wird der Arbeitnehmer während eines Dienstjahres insgesamt um mehr als einen Monat an der ­Arbeitsleistung verhindert (Krankheitsfall), so kann der Arbeitgeber die Ferien für jeden vollen Monat der Verhinderung um ein Zwölftel kürzen.»
Als Rechtstipp greift das Zitieren dieses Artikels zu kurz, da für Laien nicht ersichtlich ist, dass sich bei unverschuldeter Arbeitsverhinderung wie Krankheit oder Unfall die Rechtslage für den Arbeitnehmer grosszügiger gestaltet.
Für den ersten vollen Monat der Verhinderung gilt nämlich eine Karenzfrist und es darf keine Kürzung erfolgen. Ist ein Arbeitnehmer also während insgesamt 1,5 Monaten krank, dürfen die Ferien nicht gekürzt werden. Erst ab dem zweiten vollen Monat darf eine Kürzung um ein Zwölftel der Ferien erfolgen. Ist der Arbeitnehmer somit insgesamt 2,5 Monate krank, darf um ein Zwölftel gekürzt werden. Bei mehr als drei Monaten sind es entsprechend zwei Zwölftel.

Sigi Langenbahn, LANV-Präsident

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