Leserbrief

Verantwortung heisst das Zauberwort

Yannick Ritter, Bönerstrasse, Mauren | 22. Januar 2021

Mitte Dezember wurde unser Gesundheitsminister paraphrasiert: Die Massnahmen liessen sich nicht mit vernünftigen Gründen aufrechterhalten, sobald die breite Bevölkerung Zugang zum Impfstoff habe. Aus persönlichen Gesprächen und aus Debatten im öffentlich Rechtlichen weiss ich, dass diese Ansicht lange nicht so klar ist.
Zwei Argumente werden angeführt: 1. Was machen wir, wenn sich nur etwa die Hälfte impfen lässt und wir dann alles öffnen? Dann haben wir genau dasselbe Chaos wie jetzt.
2. Super, und was ist, wenn der Impfstoff nicht gegen die neuen Varianten des Virus hilft?
Ich entgegne:
1. Bei den meisten schlimmen Fällen handelt es sich um ältere Menschen, bei denen wir eine hohe Impfquote erreichen werden.
2. Ich verstehe, dass Angst vor den neuen Virusvarianten aufkommen kann. Gleichwohl sagen a) viele Wissenschaftler/-innen, der Impfstoff wirkt trotzdem und b) dieses Virus wird sich immerzu weiterentwickeln. Wenn wir uns entscheiden, deswegen die Massnahmen aufrechtzuerhalten, dann muss konsequenterweise auch gesagt sein: Liebe Leute, dann werden wir noch sehr lange so leben, wie wir das jetzt tun, weil dieses Virus nicht aufhören wird zu mutieren.
3. Verantwortung. Unsere Politiker/-innen wollen uns aus Verantwortung schützen und unterstützen. Die Frage ist, wann sollen/müssen sie diese Verantwortung wieder an uns abgeben? Und hier denke ich, dass das genau dann sein sollte, wenn jede Person wenigstens die Möglichkeit hätte, sich impfen zu lassen. Ein Beispiel (mir ist bewusst, dass es nicht 100-prozentig vergleichbar ist, da das «Anschnallen» beim Autofahren Gesetz ist und die Impfpflicht nicht), trotzdem: Jemand verunglückt tödlich, weil er sich nicht anschnallte. Wo liegt die Verantwortung? Die Person hatte zum einen die Möglichkeit, sich anzuschnallen und zum anderen die Pflicht. Somit ist es ihre Verantwortung. Bevor jetzt die ersten ausser sich sind: niemand sagt, es wäre nicht schlimm. Wie würde jede/-r von uns trauern, wenn jemand von unseren Engsten so sterben würde?! Aber wohl niemand käme auf die dreiste Idee, unsere Regierung dafür verantwortlich zu machen. Sie haben nämlich die Rahmenbedingung geschaffen, dass wir so nicht sterben müssten. So verhält es sich meines Erachtens analog mit dem Erkranken/Sterben wegen Corona. Alle Liechtensteiner/-innen sollten sich impfen lassen und wer meint, er/sie sei klüger als alle Wissenschaftler/-innen, muss mit dem Restrisiko leben. Und die, die sich impfen lassen, müssen mit der ­Entscheidung der anderen leben.

Yannick Ritter, Bönerstrasse, Mauren

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