Leserbrief

Auslagerung der Postdienste an die Migros

Walter Bargetze, Poska, Triesen | 5. Dezember 2020

Einige Gedanken zum Bürger­gespräch «Fluch oder Segen» betreffend Post Triesen («Volksblatt»-­Ausgabe vom 18. November).
Es war eine intensive Podiumsdiskussion, bei der ein paar Punkte aufgefallen sind. Die Lie-Post AG, vertreten durch CEO Seger, konnte in keiner Art und Weise plausibel erklären und Gründe liefern zur Aufgabe der bisherigen Post ­Triesen.
Wie Seger in der Präsentation kurz zeigte, werden die Postfächer von der Gebäudeseite zur Dorfstrasse aus zugänglich, für dies sind 14 Parkplätze vorgesehen.
Bei circa 230 bis 250 Postfächern werden pro Tag circa 300 Fahrten zur Postfachleerung an der neuen verschmälerten Dorfstrasse (5.50 m) entstehen. Leider haben die Planer vergessen, dass durch dieses zusätzliche Verkehrsaufkommen das Gefahrenpotenzial erheblich steigt, dies zusätzlich beim rückwärts Ausparkieren. Genau dort an der Stelle, an der viele Schüler auf dem Schulweg die Strasse benützen und überqueren.
Herr Schöb, Baubürochef der ­Gemeinde, hat sich kurz zu dieser Situation geäussert; wie neu das Trottoir verläuft und dass das Amt für Bau- u. Infrastruktur (ABI) die Situation bewilligt hat.
Das ABI hat in den vergangenen ­Jahren schon viele Bauvorhaben in Triesen geplant, abgebrochen und wieder neu gebaut, dies, weil seine erste Idee nicht funktioniert hat und dies mit unseren Steuergeldern! Zum Beispiel Bushaltestelle Schule und Insel Maschlinaeinlenker. Fakt ist,
1. dass diese geplante neue Situation «Dorfstrasse Einfahrt Landstrasse» nicht funktioniert. Normaler, täglicher Dorfstrassenverkehr, zusätzlich mind. 300 Postkunden, Zubringer Spörry und Schüler auf dem Schulweg;

2. dass die langjährigen und vertrauenswürdigen Mitarbeiter ihren Arbeitsort verlieren;
3. dass man leider vergessen hat, die Bürger von Triesen über die genaue Dienstleistung im Migros zu informieren. Es heisst nur «immer noch in Abklärung», Bareinzahlungen nicht möglich (gelbes Postbüchlein) und weitere offene Fragen!
Ein Gemeinderat von Triesen hat dies zum Abschluss des Bürger­gesprächs auf den Punkt gebracht: «Seger konnte heute Abend keine plausiblen Gründe zur Aufgabe der bisherigen Post Triesen vorlegen, Resümee: Es geht Herrn Seger nur darum, Kosten zu sparen.»
Bei der Lie-Post AG wird in den ­vergangenen Jahren klar eine kontinuierliche Sparpolitik auf Kosten des unteren Mitarbeitersegments gefahren – und dies zu Lasten des Service Public und allen Einwohnern in Liechtenstein. Ich bin gespannt, wann die Regierung endlich reagiert – oder wie früher einfach schweigt!

Walter Bargetze,
Poska, Triesen

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