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Leserbrief

Peanuts

Herta Kaufmann, Bildgass 64, Schaan | 29. Oktober 2020

Bei allem Verständnis für die momentane Situation unserer Regierung: Betreffend den abrupten «Mini-lockdown» kann es doch nicht angehen, dass man die Gastronomen auf den Kosten für die bereits getätigten Wochenend-Einkäufe, (die gerne mal 1000 Franken übersteigen können), sitzen lässt. Natürlich hat die Regierung die gleiche Hilfe versprochen wie schon beim ersten Coronaausbruch, und das ist auch richtig so. Aber die Gastro-Branche ist eh schon arg gebeutelt und vielen steht das Wasser bis zum Hals. Nicht jeder Betrieb hat die Möglichkeit, mit Take-away oder Hauslieferung Umsatz zu machen. Lokalen mit mehr als 20 Sitzplätzen wäre in so einem Fall mit einem sofortigen, pauschalen Zustupf vonseiten der Regierung sicher sehr geholfen, und zumindest ein Tropfen auf den heissen Stein. Bei circa 50 bis 60 Restaurants im Land wären das für unseren Staat «Peanuts» und sicher leicht zu verkraften. Unsere Regierung hat solche und auch höhere Beträge schon blöder ausgegeben. Es wäre und ist für unsere Bevölkerung ein immenser Einschnitt ins persönliche Leben, wenn plötzlich eine «Beiz» nach der andern schliessen müsste, und wir so auf Dauer unsere Kontakte beschränken. Die Gastronomie ist m. E. ein sehr wichtiger sozialer Faktor. So war das in den letzten 100 Jahren, leider wird das in der technisierten Welt, in der wir jetzt leben, nicht mehr so sein. Wenn es plötzlich keine gemütlichen Treffpunkte mehr gibt, kann man nur noch über Apparate und Maschinen kommunizieren. Ich möchte der Regierung keinen Vorwurf machen. Um unsere Gesellschaft zu schützen, musste sie so handeln, als das exponentielle Wachstum der Coronainfizierten extrem sprunghaft anstieg. Dafür wurde sie gewählt und dafür müssen sie die Verantwortung übernehmen. Ich möchte momentan nicht in den Schuhen eines Politikers stecken. Denn egal, wie sie entscheiden, es ist immer für die einen oder anderen falsch. Damit wir diesen «Mini-Lockdown» schnell hinter uns bringen können, liebe Mitbürger, haltet euch streng an die Vorschriften! Dann werden die Zahlen wieder sinken und die Lokale können wieder öffnen – und es wird für uns alle wieder etwas «Normalität» einkehren. Das wünsche ich mir und euch von Herzen.

Herta Kaufmann,
Bildgass 64, Schaan

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