Leserbrief

Auch Solarstrom kann gespeichert werden

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 28. Oktober 2020

Da hat die «Liewo» vom vergangenen Wochenende ein topaktuelles Thema aufgegriffen. Ado Vogt, Abgeordneter der DU, gibt zu verstehen, dass die Solarstromproduktion nicht gleichzeitig mit dem Stromverbrauch anfällt. Dieser nicht gleichzeitige Verlauf ist nicht neu und existiert schon seit über 100 Jahren. Die Wasserkraftwerke produzieren im Sommer mehr Strom als im Winter. Deshalb wird der Wasserkraftwerksstrom saisonal in Pumpspeicherseen bzw. Pumpspeicherkraftwerken vom Sommer in den Winter zwischengelagert. Atomkraftwerke produzieren über 24 Stunden immer dieselbe Menge Strom. Weil man nachts weniger Strom verbraucht als am Tag, wird der nächtliche Überschussstrom von Atomkraftwerken in denselben Pumpspeicherseen zwischengelagert! Nun nicht saisonal, sondern von der Nacht zum Tag. Nun ist es so, dass ein Pumpspeicherkraftwerk nicht merkt, von welchem Kraftwerkstyp der Strom für das Hochpumpen von Wasser kommt. Solarstrom kann folglich auch in Pumpspeicherkraftwerken zwischengelagert werden und solche hat es in der Schweiz genug. In Deutschland, Holland, skandinavischen Ländern, wo es weniger Berge hat, sucht man logischerweise nach anderen Möglichkeiten. Die Hersteller von Batterien haben nicht geschlafen. Tesla hat die Autoindustrie revolutioniert. Die neuen Batterientechnologien revolutionieren die Stromspeicherung und Stromversorgung.
Die LKW haben ja kürzlich das 70 Jahre alte Saminakraftwerk in ein Pumpspeicherkraftwerk umgestaltet – speichert auch Fotovoltaikstrom! Da hat Ado Vogt das falsche populistische Argument von der Atomlobby übernommen, welches lautete, dass man Solarstrom nicht speichern kann.
Empfehlenswert für alle Landtagskandidatinnen und -kandidaten sind die E-Mail-Newsletter von https://www.pv-magazine.de und https://www.photovoltaik.eu. Diese können kostenlos abonniert werden. Diese zwei Newsletter orientieren teilweise täglich ausführlich darüber, was sich bei der Fotovoltaik- und Stromspeicherung so weltweit tut.
Grosse Investition in Atomkraftwerkprojekte werden derzeit praktisch nur in Diktaturen und autoritär geführten Ländern getätigt. Ado Vogt meint: «Zu stark auf die Fotovoltaik zu setzen, halte ich für problematisch. Eine zu einseitige Förderung eines Energieträgers führt zu falschen Anreizen und schädigt langfristig eine Volkswirtschaft.» So hat die Atomindustrie vor rund 20 Jahren argumentiert.
Die Autoindustrie investiert derzeit Milliarden von Dollar und Euro in Elektroautos und Batteriesysteme. Es schädigt die Volkswirtschaft wohl weniger, wenn man auf Solar- bzw. erneuerbare Energien setzt, anstelle einem Wirtschaftserhalt der Atom- sowie Diesel- und Benzinindustrie.
Dass die Versorgungssicherheit mit Energie etwas Wichtiges ist, wie Ado Vogt erklärt, ist diskussionslos wichtig! Mit einer Lesermeinung habe ich das Thema bereits am 1. April 2020 angesprochen gehabt.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter