Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Anpassung an das prognostizierte Klima im Jahr 2050

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 23. Oktober 2020

Derzeit liesst man in unseren Medien, dass die Regierung ambitionierte «Klimaziele» gesetzt hat. Der Energieverbrauch soll um 40 Prozent verringert werden. Die Energieversorgung soll auf 100 Prozent erneuerbare Energien umgestellt werden.
Erdgas gilt per Definition als fossile Energie und ist keine Erneuerbare Energie. Derzeit werden immer noch weitere Erdgasleitungen in unseren Gemeinden für die Erdgasversorgung verlegt. Wenn man innert einer Generation auf 100 Prozent erneuerbare Energie umstellen möchte, dann werden ja die gestern und heute vergrabenen Erdgasleitungen obsolet!
Dass der Atomstromausstieg angepeilt wird, auch ein Verzicht von Strom aus Kohle ist ja richtig, hat aber mit dem lokalen Klimawandel nur am Rande etwas zu tun.
Bei der Klimawandeldiskussion geht es im Wesentlichen um Anpassungsmassnahmen unserer Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Gesundheitsgefahren, Bevölkerungsschutz bezüglich Hochwasser und Trockenheit, auch Absicherung der Arbeitsplätze unserer Wirtschaft, auch um die Absicherung, wenn Infrastrukturen wie die Stromversorgung gestört sind und manches mehr. Allgemein ausgedrückt, geht es um den Bevölkerungsschutz bezüglich des Klimawandels, in dem wir stecken.
Man ist sich auf der ganzen Welt einig, so einseitig wie bisher kann es nicht weitergehen. Bis in 30 Jahren sollten beispielsweise der Rhein, Kanal und viele begradigte Bäche renaturiert sein. Das sind wichtige Zielgrössen.
Beim Klimawandel geht es um einen Klimawandelanpassungsprozess ­unserer Gesellschaft und nicht um Businesserweiterungen. Mehr Fotovoltaik ist richtig, aber gemeinschaftlich von allen Strombezügern realisiert, so wie im Gesetz für ­Erneuerbare Energien, dem EEG ­vorgegeben. Da steht nicht die LKW in der Pflicht, sondern die Politik, ­welche entsprechende Rahmen­bedingungen formulieren muss.
Es geht da auch um die Landwirtschaft, die auf eine andere Basis ­gestellt werden muss. Die heutige Subventionspolitik laugt die Äcker nur aus. Bei der Landwirtschaft müssen bodenschonende Verfahren eingeleitet werden. Im Tal sieht man keine Blumenwiesen mehr, nur noch Grünlandwiesen, die häufig gemäht werden.
Anpassung an den Klimawandel ­bedeutet, dass der Biodiversitätsverlust erkannt wird.
Es geht da nicht um sogenannte «Klimaziele», welch blöder Wortbegriff, sondern um die Anpassung an das prognostizierte Klima für das Jahr 2050. Die Gletscher sollen bis zur Jahrhundertwende weitgehend verschwunden sein, wenn keine wirkenden oder nur schwache Klima­anpassungsprozesse eingeleitet ­werden.
Bezüglich des einzuleitenden Klimaanpassungsprozesses sind nun unsere Landtagskandidatinnen und Kandidaten gefordert, Antworten zu geben auf die Frage, was für ein klimaresilientes Liechtenstein man sich vorstellt. Ziele muss der Landtag formulieren. Die Regierung muss dann in der Folge die Detail­arbeit unter Einbezug aller Fach­leute erledigen.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung