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Leserbrief

Vaduz unterstützt staatliche Wildhut – Und dann?

Liechtensteiner Jägerschaft | 23. Oktober 2020

Wieder einmal wird öffentlich über ein komplexes Thema auf sehr vereinfachte Weise informiert, nämlich über die Jagd und die Regulierung der Wildbestände durch staatliche Massnahmen in Form von amtlichen Wildhütern. Leider fehlt dem Ganzen jegliche solide Grundlage. Die Stellungnahme der Gemeinde Vaduz beinhaltet gemäss Beitrag im «Volksblatt» Absichten ohne nachvollziehbare Begründungen nach dem Motto: «Irgendetwas sollten wir tun, probieren wir mal was.» Es fehlen klare Konzepte und nachvollziehbare Datengrundlagen, um die vorgeschlagenen Massnahmen zu begründen und eine zielführende Strategie darauf aufzubauen. Um die Waldverjüngung zu verbessern, spricht sich der Vaduzer Gemeinderat für die Einrichtung einer staatlichen Wildhut aus. Gleichzeitig schlägt die Gemeinde Vaduz vor, Jagdreviere beliebig zu verlosen, die Pachtdauer zu verkürzen, die Kosten für die Jagdpacht je nach Beeinträchtigungen anzupassen und die Jagdpacht dem Land zu überlassen, um damit die Wildschäden zu bezahlen. Auch der Jagdbeirat sollte aufgelöst werden und die Entscheidungen dem zuständigen Amt überlassen werden. Das Ganze tönt sehr einfach, ist es aber nicht. Auch die Regierung vertritt in ihrer Vernehmlassung zur Abänderung des Jagdgesetzes die Ansicht, dass staatliche Jäger alles besser können als die jetzt tätigen Jäger. Es wird der Eindruck vermittelt, dass man einfach mehr schiessen müsse, um den Wildbestand zu regulieren und die Waldverjüngung zu verbessern. Und das bei Tag und Nacht, Sommer und Winter und während der Schon- und Setzzeit. Auch mit den heute verbotenen Mitteln, wie Restlichtverstärker und Wärmebildkameras, einfach mit allen uns Menschen zur Verfügung stehenden Mitteln. Das Ganze läuft auf eine «Wildvernichtungsaktion» hinaus. Dabei ist eines klar: Die Wildtiere werden das nicht mitmachen, dafür sind sie zu schlau. Sie werden vermehrt in dichte Waldbestände fliehen und dort mehr Schäden anrichten. Die Liechtensteiner Jägerschaft wird solche Massnahmen bekämpfen und den Schutz der Wildtiere, des Wildlebensraumes wie auch die Förderung der Waldverjüngung durch «anständige» jagdliche Massnahmen weiter verfolgen. Reviere verkleinern und die Anzahl Jäger erhöhen wird nach Meinung von internationalen Jagd- und Wildtierexperten schon lange als Fehlentwicklung erkannt, nur in Liechtenstein noch nicht. Zuerst müssen die nötigen Datengrundlagen analysiert und klare Konzepte erarbeitet werden. Die Liechten­steiner Jägerschaft hat diese Grundlagen und baut ihre Tätigkeiten ­darauf auf. Seit Jahren wird der Wild­bestand auf tiergerechte Weise reguliert und auch reduziert. Das Ziel kann mit der jetzigen Jagd am besten erreicht werden. Eine quasi-Verstaatlichung ist völlig überflüssig und nicht sinnvoll. Auf www.fl-jagd.li sind ausführliche Informationen dazu nachzulesen.

Liechtensteiner Jägerschaft

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