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Leserbrief

Machbarkeitsstudie für eine Meterspur durch Liechtenstein

Hans Frommelt, Gapont, Triesen | 26. September 2020

In der Schweiz gibt es 27 Schmalspurgesellschaften mit Spurweiten bis 1000 Millimeter, auch Meterspur genannt. Die ÖBB und SBB fährt auf Normalspur mit einer Spurweite von 1435 Millimeter. Die Gesamtlänge beider Schienensysteme beträgt rund 5200 Kilometer. Davon entfallen rund 1000 auf die Meterspur, also gegen ein Drittel. In dieser Auflistung sind die Trams in Basel, Zürich, Bern etc., die ebenfalls auf Meterspur fahren, nicht einberechnet. Gelegentlich wird erwähnt, dass die Meterspurbahnen keinen Komfort bieten. Paradezüge, die von Luzern nach Montreux, oder von Landquart auf den Berninapass fahren, glänzen dadurch, dass alljährlich neue Rekordzahlen publiziert werden. Sowohl die klimatisierten als auch die Nostalgiewagons sind sehr beliebt. In den vergangenen Jahren wurde neues Rollmaterial für den Pendler- und Freizeitverkehr in Betrieb genommen. Das neue Rollmaterial bietet den Fahrgästen jeden Komfort. Grundsätzlich sind alle neuen Zugkompositionen rollstuhltauglich, sind tauglich für Eltern mit Kinderwagen, ältere Menschen oder Reisende mit Fahrrad. Das gilt auch für Senioren, die mit einem Rollator mobil unterwegs sind. Auch in diesen Beziehungen ist die Rhätische Bahn (RhB) der Zeit voraus. Interessant ist eine kürzlich veröffentlichte Mitteilung der RhB. Um das Marketing auszubauen, wurde zwischen der RhB und der Mariazellerbahn eine Partnerschaft vereinbart. Die Mariazellerbahn mit einer Streckenlänge von 84 Kilometer ist, wie auch die RhB, eine Schmalspurbahn. Die Mariazellerbahn verbindet die niederösterreichische Landeshauptstadt St. Pölten mit dem steirischen Wallfahrtsort Mariazell. Dabei überquert die Bahn 19 Viadukte und fährt durch 21 Tunnel. Beide Bahnen erfüllen höchste Qualitätsansprüche. Alle Bahnsysteme bis zu einer Spurweite von 1000 Millimeter sind prädestiniert für eine Mobilitätsgestaltung in voralpinen und alpinen Bereichen. Es ist nicht verständlich, warum die Meterspur der RhB aber auch Trams mit Meterspur bis heute in Liechtenstein überhaupt nicht beachtet wurden. Bei Vorstellung einer liechtensteinischen Oberlandtrambahn mit Normalspur beziehungsweise ÖBB-Normalspur durch die Regierung, dem VCL und der Liechtenstein-Universität wurde die Meterspur der RhB, Appenzellerbahnen etc. immer in autoritärer Art und Weise ausgeblendet. Man erhielt den Eindruck, dass diesbezüglich kein Wettbewerb bei der Evaluation eines geeigneten Eisenbahnsystems oder Alternativen gewünscht war. Ein Utilitarismus hat nicht stattgefunden. Die Antwort darauf ist das Volksabstimmungsergebnis mit einem deutlichen Nein über das S-Bahn-Normalspurprojekt bzw. der «FL–A–CH» von Feldkirch nach Buchs. Eine Machbarkeitsstudie für eine Meterspur durch Liechtenstein wäre nun als Erstes angebracht.

Hans Frommelt, Gapont, Triesen

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