Volksblatt Werbung
Leserbrief

Etwas mehr Vertrauen, Herr Tarik Hoch

Ute Jastrzab, Fukseriweg 3, Schaan | 19. September 2020

Das ist ein bunter Strauss Vorurteile, den Sie uns da präsentieren. Ich bleibe gern beim Begriff «Wahlrecht ab 16», das ist weniger irreführend als der von Ihnen gewählte.
Es wäre natürlich wunderbar, würden am 18. Geburtstag politische Bildung, Medienkompetenz und Reflektionsvermögen wie von Zauberhand über die Menschen kommen. Aber leider... Na, Sie wissen schon.
Es gibt durchaus Jugendliche, die in der Lage sind, das Ausmass politischer Vorhaben abzuschätzen, andere können das nicht; die einen interessierts, die anderen nicht – das ist bei den 16-Jährigen aber nicht anders als bei den über 18-, 30- oder 60-Jährigen. Ferner wächst Interesse oft auch erst mit der Möglichkeit, mitzuentscheiden. Jugendliche sind von den Eltern beeinflussbarer, weil sie noch zu Hause wohnen, sagen Sie. Das trifft allerdings auch auf die meisten 25-Jährigen, ja sogar einige 30-Jährige zu. Was bedeutet das im Kontext ihres Leserbriefes?
Fakt ist: Jugendliche sollen sich spätestens mit 16 Jahren Gedanken über ihre Zukunft machen, dürfen die gesetzlichen Rahmenbedingungen aber nicht mitgestalten. Sie entscheiden über ihre berufliche Zukunft, beginnen eine Lehre, suchen Universitäten aus, betreiben Leistungssport, betreuen jüngere Geschwister, engagieren sich für den Klimaschutz und im Jugendparlament, fahren Moped, dürfen Bier und Wein trinken, aber dazu vernünftige und verantwortungsbewusste Entscheidungen bei Ab- stimmungen zu treffen, sollen sie nicht in der Lage sein?
Haben Sie etwas mehr Vertrauen!

Ute Jastrzab, Fukseriweg 3, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung