Leserbrief

S-Bahn Liechtenstein: In alten Fahrwassern

Elmar Bürzle Heraweg 29, Balzers | 3. September 2020

Die Politikparteien sind sich schnell einig nach dem Nein zu dem S-Bahn-Finanzierungskredit. Nach dieser Abstimmung herrscht für sie Klarheit zur S-Bahn und nach Liechtensteins Verkehrsministers scheidet sie wahrscheinlich im Mobilitätskonzept für die nächsten Jahre aus. In den Nachwehen wird Schaan immer noch ausgeklammert. Die Frage sei erlaubt: Weshalb hat der Landtag die bestehende, sehr kurze Bahnstrecke durch Liechtenstein durchtrennt und so die ÖBB für Lösungen von Bahn-Strassenkreuzungs-Passagen dieses Teilabschnittes kostenmässig von vornherein freigestellt? Seltsamerweise wurden doch über 10 Jahre intensive Planungen mit externen Fachexperten, Bahnplanern, Ingenieuren, Sachverständigen etc. getätigt. Und diese Vorgehensweise soll das Stimmvolk einfach verstehen. Ich bin mir nicht sicher, ob diese S-Bahn-Kreditabsage nur dem vorgelegten, für mich nicht ausgewogenen Bahnprojekt erteilt wurde – oder möchte die Mehrheit der Bevölkerung eine grössenverträgliche Bahnlösung bzw. sogar die klimafreundliche Bahn durch Liechtenstein in absehbarer Zeit zurückbauen? Es besteht die Möglichkeit, aus vergangenen Versäumnissen zu lernen und sich aufmerksam mit der Bevölkerung auszutauschen, um wahrzunehmen, was die Stimmberechtigten wirklich beschäftigt und dies dementsprechend aufzunehmen. Dann können wir uns in Zukunft im kleinen Land auf weniger dominierende Mobilmachungen vor Sachabstimmungen und Wahlen beschränken.

Elmar Bürzle
Heraweg 29, Balzers

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