Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Honi soit qui mal y pense

Herta Kaufmann, Bildgass 64, Schaan | 3. September 2020

Zuerst einmal: Gratulation an alle Liechtensteiner, die mit gesundem Menschenverstand Nein zum S-Bahn-Projekt gestimmt haben. Sie haben dadurch mit ziemlicher Sicherheit ein neuerliches finanzielles Fiasko verhindert. Die Abstimmung hat gezeigt, wie weit sich unsere führenden Köpfe vom normalen Bürger entfernt haben. Sind solche Politiker wirklich prädestiniert, auch in Zukunft unser Land im Sinne der Bevölkerung zu vertreten? Was man sich bei dieser Abstimmung (Kampf?) bezügl. Manipulation erlaubt hat, ist kaum zu überbieten. So etwas hat man in Liechtenstein noch nie erlebt, und es bleibt zu hoffen, dass sich dieser Psycho-Terror nicht wiederholt. Es ist an der Zeit, dass wieder faire Abstimmungs-Kampagnen geführt werden, bei denen man auch Oppositionelle zu Wort kommen lässt (Informationsabende). Die Regierung hat für einmal ihre Macht zu offenkundig missbraucht. Man wollte ein Ja zur S-Bahn auf Biegen und Brechen durchsetzen. Es wurden unstimmige Argumente in rosarote Erklärungen umgewandelt. Alternative Vorschläge von kompetenten Personen mit Fachwissen, wurden weder in Betracht gezogen, noch beantwortet. So geht Demokratie nicht. Solches Vorgehen kann sich Herr Trump erlauben, aber wie man sieht, funktioniert das bei uns nicht. Gott und unserem gesunden Volks-Verstand sei Dank. Auch die Medienschaffenden, von denen eigentlich eine neutrale Berichterstattung zu erwarten wäre, sind ihrem Auftrag nicht nachgekommen. Überheblich und inkompetent haben sich einige dieser «Schreiberlinge» über ältere und erfahrene Experten despektierlich geäussert. Etwas mehr Niveau wäre schön gewesen. Fleissig und mit viel Papierverbrauch haben sie die Ansichten ihrer «Sponsoren» (? Regierung) täglich unters Volk gebracht. Informations-Ausgeglichenheit gleich null. Es haben alle – ausser 1FLTV – ins selbe Horn geblasen, obwohl die Befürworter auch 1FLTV unter Druck zu setzen versuchten. Wie heisst es so schön: Beisse nicht die Hand, die dich füttert … ( Honi soit qui mal y pense! = ein Schelm, der Böses dabei denkt). Ich hoffe sehr, dass die Redaktionssitzungen wieder etwas länger dauern und sich die vernebelte Einigkeit wieder in differenzierteren Artikeln niederschlägt.

Herta Kaufmann,
Bildgass 64, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung