Leserbrief

Netzwerk begrüsst den geplanten Nachtragskredit

Koordinationsgruppe des Netzwerks für Entwicklungszusammenarbeit: Andrea Hoch, Ute Mayer,... | 29. August 2020

Die vom Netzwerk für Entwicklungszusammenarbeit eingebrachte Petition für eine Erhöhung der humanitären Hilfe in den ärmeren Ländern aufgrund der Coronapandemie wurde im Juni vom Landtag mit grosser Mehrheit befürwortet. Die Regierung hat nun einen Nachtragskredit in der Höhe von einer Million Franken beantragt. Das Netzwerk begrüsst diesen Schritt und hofft auf eine erneute Zustimmung der Landtagsabgeordneten.
Mit der Petition wollten die Mitgliedsorganisationen des Netzwerks auf die gravierenden Auswirkungen der Coronapandemie auf die ärmeren Länder aufmerksam machen. Die neuesten Studien von Weltbank und Vereinten Nationen gehen davon aus, dass die Armut aufgrund von COVID-19 weltweit drastisch zunehmen wird. Erfolge der letzten Jahrzehnte in der Bekämpfung von Armut dürften zunichte gemacht werden. In vielen Ländern Asiens, Lateinamerikas und teilweise auch Afrikas wissen Millionen von Menschen aktuell nicht, wie sie ihr Überleben sichern sollen. Der Bedarf an humanitärer Hilfe ist in diesem Jahr um ein Vielfaches angestiegen. Ein zusätzlicher Beitrag Liechtensteins ist daher dringend nötig.
Wir begrüssen sehr, dass die Regierung bei der geplanten Verwendung verschiedene humanitäre Brennpunkte berücksichtigen möchte, die das Netzwerk in seiner Petition angesprochen hat. Dazu gehören die Nahrungsmittelhilfe sowie die Unterstützung besonders schutzbedürftiger Bevölkerungsgruppen wie Kinder und Flüchtlinge. Sowohl die Unterstützung von Geflüchteten in riesigen Lagern wie Cox’s Bazar in Bangladesch als auch in näher gelegenen Lagern in Griechenland sind vorgesehen. Nicht zuletzt sollen auch wirtschaftliche Hilfen zum Zug kommen, für die gravierenden Folgen, welche die Lockdowns und der globale Wirtschaftsabschwung auf die Einkommen der ärmsten Bevölkerungsgruppen wie Tagelöhner hatten bzw. immer noch haben.
Für das Netzwerk ist zudem erfreulich, dass ein gewisser Betrag für Projekte liechtensteinischer Hilfswerke reserviert werden soll. Durch lokale Mitarbeitende und Vertrauenspersonen vor Ort konnten einige Mitgliedsorganisationen rasch handeln und dringend benötigte Essensrationen verteilen. Diese Unterstützung vor Ort geht weiter, auch dank der zahlreichen privaten Spenden aus Liechtenstein.
Wir begrüssen den Ansatz der Regierung und hoffen auf einen zustimmenden Entscheid des Landtags zum Nachtragskredit in der kommenden Woche.

Koordinationsgruppe des Netzwerks für Entwicklungszusammenarbeit: Andrea Hoch, Ute Mayer, Alice Nägele, Heinz Mühlegg

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