Leserbrief

Nein zur Bürgerrechtsrevision, nein zur doppelten Staatsbürgerschaft bei Einbürgerung!

Ralph Wanger, Rechtsanwalt, Mauren, Verfasser der Gegenposition in der... | 27. August 2020

Wer unentschlossen ist, sollte sich bitte nochmals Folgendes vor Augen halten: Der Verzicht auf die bisherige Staatsangehörigkeit bei Einbürgerung dient dem Beweis der Assimilation und Integration. Wer bereit ist, auf seine bisherige Staatsangehörigkeit zu verzichten, ist auch voll integriert und damit dem Land Liechtenstein näher als seinem bisherigen Heimatland. Geben wir diesen Verzicht auf, geben wir das einzige Kriterium zur Prüfung der Assimilation und Integration auf. Die Schweiz kennt in den meisten Kantonen beziehungsweise Gemeinden sogenannte Einbürgerungsräte, die die Assimilation und Integration prüfen. Wir haben kein solches Instrument. Aus diesem Grund ist der Verzicht sehr wichtig. Er dient also nicht in erster Linie dazu, die doppelte Staatsbürgerschaft zu verhindern, sondern eben diese enge Verbindung zu Liechtenstein sicherzustellen. Schaffen wir diesen Verzicht ab, dann schaffen wir auch diesen Beweis ab. Die Gefahr besteht, dass dann jeder, der die Wohnsitzfrist erfüllt (bei Einbürgerung infolge Eheschliessung unter Umständen bereits nach fünf Jahren), unabhängig vom Grad seiner Integration in Liechtenstein das Landesbürgerrecht beantragt. Er erhält dieses ja zusätzlich – nur mit Rechten und praktisch ohne Pflichten. Gerade für einen Kleinstaat ist es wichtig, dass die Eingebürgerten sich mit dem Land identifizieren. Meines Erachtens können wir es uns nicht leisten, wie die Freie Liste erklärt, Ausländer zuerst einzubürgern und dann zu integrieren. Wir sind kein Einwanderungsland. Wir müssen zuerst integrieren und dann einbürgern. Deshalb bitte ein Nein zur Vorlage zur doppelten Staatsangehörigkeit!

Ralph Wanger,
Rechtsanwalt, Mauren,
Verfasser der Gegenposition
in der Abstimmungsbroschüre

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